{"id":57,"date":"2012-09-04T10:35:00","date_gmt":"2012-09-04T08:35:00","guid":{"rendered":"http:\/\/mokolodi.luetkens.com\/?page_id=57"},"modified":"2014-05-16T12:04:04","modified_gmt":"2014-05-16T10:04:04","slug":"die-grose-tom-zum-kilimandscharo","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/mokolodi.luetkens.com\/?page_id=57","title":{"rendered":"Die gro\u00dfe Tour zum Kilimandscharo (Reisebericht von Karsten)"},"content":{"rendered":"<p>20.08. bis 30.09.2011<br \/>\nEndlich ist es so weit! Unsere gro\u00dfe Reise, &#8211; wir haben sie<br \/>\nmonatelang geplant-, kann losgehen. Den Landrover haben wir in<br \/>\nwochenlanger Kleinarbeit umgebaut, auf einer Art geschwei\u00dftem<br \/>\nGer\u00fcst liegen drei abnehmbare Matratzen, unter dem Ger\u00fcst haben<br \/>\ndie 6 Metallkisten Platz, die auf Teleskopgleitschienen leicht hin<br \/>\nund her schiebbar sind. Eine von den Kisten enth\u00e4lt Werkzeuge und<br \/>\nErsatzteile f\u00fcr den Landy, eine andere die Dokumente wie P\u00e4sse,<br \/>\nLandkarten, B\u00fccher, Kreditkarten, Photoapparate und alles<br \/>\nWertvolle, diese wird noch mit einer Kette und einem Schloss<br \/>\ngesichert, sodass es sehr schwierig wird, sie zu klauen. Esswaren,<br \/>\nP\u00fctt und Pan stecken in einer weiteren Kiste und nat\u00fcrlich auch<br \/>\nunsere Klamotten. F\u00fcr den t\u00e4glichen Bedarf haben wir noch einen<br \/>\nKoffer bereit, in dem Waschzeug und einmal W\u00e4sche zum<br \/>\nWechseln drin sind, sodass wir im Falle, dass wir nur eine Nacht<br \/>\nirgendwo sind, nicht all die Kisten bewegen m\u00fcssen. Auf dem Dach<br \/>\nist unser weiteres Zelt befestigt, und 2 wunderbar bequeme Liegen<br \/>\naus Leichtmetall sollen f\u00fcr die gem\u00fctliche Bequemlichkeit sorgen.<br \/>\nVorne auf der K\u00fchlerhaube haben wir einen weiteren Reservereifen<br \/>\nbefestigt, dazu musste die Alu-K\u00fchlerhaube erst einmal mit<br \/>\nStahlb\u00e4ndern bewehrt werden, weil sie sonst die schwere Last des<br \/>\nReserverades (35 Kg) nicht h\u00e4tte tragen k\u00f6nnen. Mit dem zus\u00e4tzlich<br \/>\neingebauten Reservetank k\u00f6nnen wir ca. 1000km fahren, ein<br \/>\nweiterer eingebauter Wassertank sch\u00fctzt uns vor dem Verdursten,<br \/>\nDer K\u00fchlschrank h\u00e4lt alles N\u00f6tige wie Getr\u00e4nke, Margarine,<br \/>\nFleisch etc. kalt.<br \/>\nIch glaube, wir sind gut ausger\u00fcstet, auch wenn Freunde und<br \/>\nNachbarn immer wieder vor dem Risiko eines solchen<br \/>\nUnternehmens warnen. Wir wollen insgesamt 6 afrikanische<br \/>\nL\u00e4nder bereisen, n\u00e4mlich Botswana, Zimbabwe, Mosambik,<br \/>\nTansania, Malawi und Sambia. Daf\u00fcr haben wir uns ca. 6 Wochen<br \/>\nZeit genommen, wir wollen n\u00e4mlich nicht jeden Tag im Auto sitzen<br \/>\nund Kilometer \u201efressen\u201c. Die grobe Richtung ist zwar vorgeplant,<br \/>\nQuartiere, Zeltpl\u00e4tze oder Lodges haben wir nicht gebucht, wir<br \/>\n2<br \/>\nwollen so frei sein, einfach auch dort einmal l\u00e4nger zu bleiben, wo<br \/>\nes uns gef\u00e4llt, um dann nicht unter Zeitdruck zu stehen. Ein kleines<br \/>\nProblem ist noch, neue amerikanische Dollar zu bekommen, denn<br \/>\ndie meisten der vorgesehenen L\u00e4nder wollen bei der Einreise f\u00fcr<br \/>\nVisa, Versicherungen etc. nur \u201eneue\u201c, d.h. f\u00e4lschungssichere<br \/>\nBanknoten annehmen. Aber auch die H\u00fcrde wird genommen! Eva<br \/>\naus Bonn, eine langj\u00e4hrige Bekannte von uns ist extra aus<br \/>\nDeutschland gekommen, um w\u00e4hrend unserer Abwesenheit auf<br \/>\nHaus, Garten und Hunde aufzupassen. Sie wird nat\u00fcrlich unterst\u00fctzt<br \/>\nvon unserer G\u00e4rtnerin Mapula und unserer Maid Julia. Nun geht es<br \/>\nlos!<br \/>\nSa. 20.08<br \/>\nDie Reise geht \u00fcber Francistown (470 km) auf einen Zeltplatz, den<br \/>\nBekannte von Russel und Anne-Marie, unsere Nachbarn, betreiben.<br \/>\nEtwas abgelegen von der Hauptstrasse finden wir dann auch diesen<br \/>\nwundersch\u00f6nen Platz, richten uns h\u00e4uslich ein und bekommen<br \/>\nsogar abends, f\u00fcr ein ganz geringes Entgeld, eine hei\u00dfe Pizza nach<br \/>\nWunsch ans Zelt gebracht. So kann es weitergehen! Zum<br \/>\nSchwimmen ist es noch zu kalt, aber wir haben sogar den Luxus<br \/>\n3<br \/>\neiner warmen Dusche. Die Nacht wird noch sehr kalt, &#8211; wie im<br \/>\nAugust zu erwarten-, und wir sind froh, neben den Bettbez\u00fcgen<br \/>\nnoch jeder einen warmen Schlafsack mitgenommen zu gaben, den<br \/>\nwir als weitere Bettdecke benutzen. Und nun kommt der gro\u00dfe<br \/>\nSchreck: Wir haben Gesas wichtige Augentropfen zu Hause in<br \/>\nMokolodi im K\u00fchlschrank vergessen! Wat nu?<br \/>\nSo<br \/>\nSo 21.08<br \/>\nNun hei\u00dft es erstmal f\u00fcr Gesa Augentropfen zu besorgen. Am<br \/>\nSonntag! Im Hospital kann ich gl\u00fccklicherweise aufgrund meines<br \/>\nBerufes schnell an der Schlange vorbei einen Arzt erwischen, der<br \/>\nunsere Notlage erkennt und mir schnell ein Rezept \u00fcber eine Sorte<br \/>\nder Tropfen bei der Krankenhausapotheke ausstellt. Wir werden<br \/>\nweiter sehen! In der Stadt kaufen wir noch eine weitere Wolldecke<br \/>\nund eine Plastiksch\u00fcssel f\u00fcr den Abwasch bevor wir die<br \/>\nlangweiligen 100 km bis zur Zimbabwe Grenze runter rei\u00dfen.<br \/>\n4<br \/>\nAn der Grenze geht es allerdings recht z\u00fcgig zu, nur \u00e4rgern einen<br \/>\nnat\u00fcrlich die 45.- US$ pro Person f\u00fcr das Visum und weitere 55.-<br \/>\nUS$ f\u00fcr Versicherung und Autogeb\u00fchr. Nach der Abfertigung<br \/>\nmerken wir, dass Gesas Aufenthaltsgenehmigung f\u00fcr Botswana<br \/>\nfehlt!. Wir suchen \u00fcberall: Nichts! Gesa geht den langen Weg<br \/>\ndurchs Niemandsland zur\u00fcck zur botswanischen Grenze: Auch hier<br \/>\nNichts! Die Dame, die uns abgefertigt hat, ist leider zur<br \/>\nMittagspause weg. Aber auch der Kollege von ihr findet nichts. Das<br \/>\nPermit bleibt verschwunden, gl\u00fccklicherweise haben wir alle beide<br \/>\nKopien der Aufenthaltsgenehmigungen dabei, Gesas ist sogar<br \/>\npolizeilich beglaubigt, es kann also bei Neueinreise nach Botswana<br \/>\nspaeter eigentlich nichts passieren, trotzdem macht Gesa sich gro\u00dfe<br \/>\nSorgen. Wir nehmen an, dass,-wie die Erfahrung zeigt-, das Papier<br \/>\ngeklaut worden ist, um nach kleinen Abaenderungen einer anderen<br \/>\nPerson die Einreise nach Botswana,- das Land wo fuer die<br \/>\nZimbabwer Milch und Honig flie\u00dft-, zu erm\u00f6glichen. Einer unserer<br \/>\nNachbarn hier ist n\u00e4mlich Zimbabwe Spezialist und hat bereits<br \/>\nmehrfach \u00fcber solche F\u00e4lle berichtet. Eigentlich wollten wir weiter,<br \/>\nso jedoch beschlie\u00dfen wir, heute in Bulawayo zu bleiben, um am<br \/>\nMontag zur Polizei zu gehen um den Verlust des Dokumentes zu<br \/>\nmelden und einen Bericht dar\u00fcber zu bekommen. In unserem<br \/>\nF\u00fchrern finden wir einen Zeltplatz etwas au\u00dferhalb von B., sehr<br \/>\nsch\u00f6n gelegen aber leider sind die sanit\u00e4ren Anlagen unglaublich<br \/>\nschmutzig. Wir sind m\u00fcde und bleiben trotzdem hier.<br \/>\nAbends beobachten wir ein riesiges Buschfeuer in Richtung Stadt,<br \/>\ndas k\u00fcmmert hier allerdings niemanden. Au\u00dferdem sind wir die<br \/>\neinzigen G\u00e4ste auf dem Zeltplatz, wegen des Wochenendes<br \/>\nallerdings sind viele junge Tagesbesucher da, um sich an der Bar<br \/>\nmit lauter Musik und geistigen Getr\u00e4nken zu erfreuen. Wir k\u00f6nnen<br \/>\ntrotzdem gut schlafen.<br \/>\nMo 22.08.<br \/>\nDas Erste heute morgen wird sein, eine Polizeistation zu suchen<br \/>\nund ein Protokoll fuer das \u201everlorene\u201c Dokument zu bekommen.<br \/>\n5<br \/>\nEin Dorn allerdings steckt im rechten Vorderreifen und als ich<br \/>\nherausziehe, gibt es einen zischenden Pfeifton. Schnell nehme ich<br \/>\nden Hammer und haue den Dorn wieder rein. Kein Problem. Auch<br \/>\nauf der Polizeistation geht alles, zwar etwas langsam, aber trotzdem<br \/>\nerfolgreich \u00fcber die B\u00fchne. Daneben finden wir eine Apotheke, die<br \/>\nmir gegen ein Rezept, habe ich nat\u00fcrlich dabei, eine weitere<br \/>\nPackung Cortison Augentropfen verkauft. Auch die Reifenreparatur<br \/>\ngeht innerhalb von 10 Minuten \u00fcber die B\u00fchne, es wird einfach ein<br \/>\nPfropfen, mit L\u00f6sung getr\u00e4nkt, in das Dornenloch gehauen und wir<br \/>\nhaben die ganze Reise \u00fcber keine Probleme mehr. Von unserem<br \/>\nletzten Aufenthalt in Bulawayo erinnern wir uns noch an die<br \/>\nschoenen Geb\u00e4ude des SOS Kinderdorfes und tats\u00e4chlich: Diese<br \/>\nsind erhalten und in gutem Zustand. Wahrscheinlich steckt deutsche<br \/>\noder internationale Hilfe dahinter.<br \/>\nDa es noch relativ frueh ist, wollen wir in den Matopos Park<br \/>\nfahren, ein Natur- und Wildreservat, der Weg dorthin scheint<br \/>\njedoch schon sehr verlassen und als wir in der Ingwe Lodge<br \/>\nankommen, finden wir nur ein paar Arbeiter, die versuchen, die<br \/>\n6<br \/>\nStrohd\u00e4cher der H\u00fctten zu reparieren. Wir lernen allerdings auch<br \/>\nden neuen Besitzer bzw. P\u00e4chter kennen, der wohl relativ viel Geld<br \/>\ninvestiert hat und hofft, im n\u00e4chsten Monat wieder aufmachen zu<br \/>\nk\u00f6nnen. Wir werden irgendwann Neues erfahren. Auf dem Weg<br \/>\nsehen wir ein paar Impalas und Kudus. Zurueck auf unserem<br \/>\nZeltplatz kl\u00f6nen wir noch ein wenig mit Eddie, dem Manager, und<br \/>\nversuchen eine pers\u00f6nliche Meinung \u00fcber die Politik des \u201eAlten<br \/>\nMannes Mugabe\u201c zu erfahren. Er ist recht zur\u00fcckhaltend, was wir<br \/>\nauch gut verstehen, aber insgesamt sieht die Wirtschaft recht<br \/>\ntrostlos aus, obwohl angeblich bereits kleinere Verbesserung in der<br \/>\nVersorgung der Bev\u00f6lkerung bemerkbar sind.<br \/>\nDie Stadt macht einen ziemlich heruntergekommenen Eindruck,<br \/>\nzwar sind ein paar alte Kolonialgeb\u00e4ude renoviert worden, gro\u00dfe<br \/>\nEinkaufzentren haben wir keine gesehen; trotz einer langen<br \/>\nSchlange vor dem Buero der Handy-Firma \u201eAirtel\u201c bekomme ich<br \/>\neine SIM Karte fuer mein Telefon und die wird auch noch gleich<br \/>\naktiviert. Man sagt mir, die SIM Karte gelte in allen L\u00e4ndern des<br \/>\ns\u00fcdlichen Afrikas, die wir bereisen werden. Den Nachmittag<br \/>\nverbringen wir im Camp, der K\u00fchlschrank geht nicht mehr und wir<br \/>\nr\u00e4umen das Ganze Auto aus, um an das Ger\u00e4t heranzukommen,<br \/>\nfinden auch den Fehler, es ist gl\u00fccklicherweise nur eine Sicherung<br \/>\ndurchgebrannt, die wir leicht aus unseren Best\u00e4nden ersetzen<br \/>\nk\u00f6nnen.<br \/>\nWie ein Wunder erscheint es, dass abends die Toiletten und<br \/>\nWaschr\u00e4ume sauber sind. Wir hatten Eddie diesen Misstand<br \/>\nberichtet und er hat offensichtlich gleich Abhilfe geschaffen!<br \/>\nSchoen!<br \/>\nDi 23.08.<br \/>\nWir kl\u00f6nen am Morgen noch ein wenig mit Eddie und brechen<br \/>\ndann auf Richtung Masvingo zu den Ruinen von \u201eGreat<br \/>\nZimbabwe\u201c auf. Ca. 250 km entfernt. In dem gro\u00dfen Ort folgen wir<br \/>\nden Hinweisschildern zu den Ruinen und suchen unseren Zeltplatz,<br \/>\nden wir aus unserem F\u00fchrer ausgesucht hatten. Keiner kennt den<br \/>\nPlatz, bis wir schlie\u00dflich an dem gro\u00dfen Hotel landen, das jedoch<br \/>\n7<br \/>\nnicht unserem Budget entspricht. Aber wir erfahren, dass man<br \/>\ndurch das Hotelgel\u00e4nde fahren muss, um auf den Campingplatz zu<br \/>\nkommen. Wir finden einen entz\u00fcckenden gro\u00dfen Platz zum Zelten,<br \/>\nda jedoch ein kleiner Bungalow nur 3 $ mehr kostet als Camping,<br \/>\nmieten wir uns in eins der Stroh gedeckten Rondavels ein. 2 Betten,<br \/>\nTisch, St\u00fchle und eine Art Kommode sind die Inneneinrichtung, in<br \/>\neinem weiteren kleinen H\u00e4uschen nebenan sind Toiletten und<br \/>\nDuschen untergebracht. Wir sind sehr zufrieden, unser H\u00e4uschen<br \/>\nliegt auf einer kleinen Terrasse am Berghang mit wundersch\u00f6nem<br \/>\nAusblick auf das Tal und die gegen\u00fcber liegenden Felsen, auf<br \/>\ndenen ein Teil des \u201eGreat Zimbabwe\u201c erbaut war. Wir werden vom<br \/>\nPersonal sehr warm und freundlich empfangen, sie borgen uns<br \/>\nsogar einen Adapter um das Handy aufladen zu k\u00f6nnen, und wir<br \/>\nlernen sogar noch den Baum kennen, der dicht an unserer H\u00fctte<br \/>\nsteht und gro\u00dfe apfelf\u00f6rmige gr\u00fcne Fr\u00fcchte tr\u00e4gt: Es ist der<br \/>\n\u201eMonkey Apple Tree\u201c, und die Fruechte sind, wie der Name sagt,<br \/>\nbei den Affen sehr beliebt.<br \/>\n\u201eDie Great Zimbabwe Ruinen sind eine<br \/>\neindrucksvolle Ansammlung massiver<br \/>\nBauwerke mit hohen Mauern aus Granit.<br \/>\nVon hier aus wurde einst der Staat Karanga<br \/>\nregiert. Seine drei Hauptbestandteile, -der<br \/>\nH\u00fcgelkomplex , die Bauten im Tal und die<br \/>\n\u201eGreat Enclosure\u201c wurden zwischen 1000<br \/>\nund 1200 n.Chr. errichtet. Danach<br \/>\n8<br \/>\nherrschten die Karanga \u2013 K\u00f6nige drei Jahrhunderte lang \u00fcber einen<br \/>\nGrossteil des heutigen Zimbabwe. Ihre Macht und ihr Reichtum<br \/>\nberuhten auf ihren Viehherden und den landwirtschaftlichen<br \/>\nErzeugnissen ihres fruchtbaren Landes, den Gold- und<br \/>\nEisenvorkommen und ihren Handelsbeziehungen, die weit \u00fcber das<br \/>\ns\u00fcdliche Afrika hinausreichten.\u201c<br \/>\nNoch am sp\u00e4ten Nachmittag wagen wir eine ersten Spaziergang zu<br \/>\nden Ruinen, von unserem Zeltplatz lediglich 20 min. Fussmarsch<br \/>\nentfernt. Wie jeder Andere sind wir tief beeindruckt von der<br \/>\nBaukunst dieser Menschen vor 1000 Jahren, als es noch keinen<br \/>\nM\u00f6rtel oder Zement gab. Behauene Granitsteine, sorgsam<br \/>\nzusammen gef\u00fcgt,<br \/>\nbilden riesige Mauern<br \/>\nund den ber\u00fchmten<br \/>\n\u201ekonischern Turm\u201c zu<br \/>\ndessen Bedeutung auch heute kaum<br \/>\njemand etwas Definitives sagen kann.<br \/>\nDie sp\u00e4te Nachmittagssonne macht die Farben weich und bunt, tief<br \/>\ngetroffen gehen wir in der D\u00e4mmerung zu unserer H\u00fctte , kochen<br \/>\nunser Abendbrot und genie\u00dfen dann die letzten Sonnenstrahlen auf<br \/>\nunseren bequemen Liegen. Sogar ein erstes Telefongespr\u00e4ch mit<br \/>\nEva klappt. Spaeter haben wir Stromsperre, -wir kennen das gut aus<br \/>\nMokolodi-, ein paar Kerzen und unsere Taschenlampen helfen uns<br \/>\nrechtzeitig in die Betten.<br \/>\nMi 24.08.<br \/>\nNach dem Fruehstueck wandern wir noch einmal hoch zu den<br \/>\nRuinen und lassen auch das kleine Museum dort nicht aus, das<br \/>\n9<br \/>\nallerdings wenig zu bieten hat au\u00dfer einigen der steinernen<br \/>\nVogelexemplare, dem Wahrzeichen der Ruinen und heute auch in<br \/>\nder Flagge Zimbabwes ausgewiesen. Durch den deutschen<br \/>\nArch\u00e4ologen und Geologen Mauch kam einer dieser V\u00f6gel in das<br \/>\nNationalmuseum in Berlin, wurde aber spaeter wieder an<br \/>\nZimbabwe zur\u00fcckgegeben. Wieder zur\u00fcck in unserer H\u00fctte muss<br \/>\nich leider feststellen, dass die 8 GB Chipkarte in meinem neuen<br \/>\nPhotoapparat irgendwie schadhaft ist und nicht mehr funktioniert.<br \/>\nGl\u00fccklicherweise hatte ich eine Ersatzkarte mit zwar nur 1 GB<br \/>\nSpeicherverm\u00f6gen bei mir, aber das reicht auch alle mal! Die bis<br \/>\ndahin gemachten Bilder hatte ich schon auf dem Laptop<br \/>\ngespeichert. Ein Gl\u00fcck!<br \/>\nDen fr\u00fchen Nachmittag verbringen wir mit Ruhe, W\u00e4schewaschen<br \/>\nund Sonnen, bei wundersch\u00f6nen Lichtverh\u00e4ltnissen stiefeln wir<br \/>\ndann vor der D\u00e4mmerung nochmals zu den Ruinen hoch. Leider<br \/>\nsetzt ein pl\u00f6tzlich eintretender Durchfall mich au\u00dfer Gefecht. Am<br \/>\nAbend k\u00f6nnen wir noch einmal telefonischen Kontakt mit<br \/>\nMokolodi aufnehmen.<br \/>\nDo 25.08.<br \/>\nWir sehen zum ersten Mal seit langer Zeit Wolken, obwohl wir ja<br \/>\nnoch mitten im Winter sind. Wir verlassen die Ruinen und auf einer<br \/>\nNebenstrasse, die zun\u00e4chst asphaltiert, spaeter Schotterstrasse ist in<br \/>\nRichtung Mutare. Die Nebenstrasse f\u00fchrt uns um den Kyle See<br \/>\n(heute Mutitrikwi See) in einer wundersch\u00f6nen Panoramastrasse<br \/>\nherum, wir k\u00f6nnen uns nur immer wieder \u00fcber die Sch\u00f6nheit dieser<br \/>\nLandschaft freuen. Richtige tiefe W\u00e4lder s\u00e4umen die Strasse und<br \/>\n10<br \/>\nmanchmal gibt es sogar richtige Str\u00e4nde, die zum Baden verlocken.<br \/>\nAber es ist eben noch sehr kalt! Unser heutiges Ziel ist die<br \/>\nGoldgr\u00e4ber- und Schurkenstadt Mutare. Doch bis dahin ist es noch<br \/>\nein weiter Weg! Durch tiefe W\u00e4lder geht unser Weg. In<br \/>\nBirchenough Bridge \u00fcberqueren wir \u00fcber eine gro\u00dfe neue<br \/>\nHaengebruecke den gleichnamigen Fluss, ein Eselkarren ist mit<br \/>\ngebrochener Achse liegen geblieben und erzeugt so einen kleinen<br \/>\nStau, als wir am Stra\u00dfenrand anhalten, um die Br\u00fccke zu<br \/>\nfotografieren, ist sofort die Polizei neben uns und fordert uns auf,<br \/>\nz\u00fcgig weiter zu fahren. Das tun wir dann auch. Eine<br \/>\nBrueckenbenutzungsgebuehr wird komischerweise nicht erhoben,<br \/>\nsonst holen die Zimbabwer doch bei allen Gelegenheiten ihren<br \/>\nAnteil. Durch hohe Berge, tiefe Schluchten und europ\u00e4isch<br \/>\nanmutende Holzwirtschaft fahren wir weiter, in Changara \u00fcbersehe<br \/>\nso einen speed bump, und wir werden ganz sch\u00f6n durch gesch\u00fcttelt.<br \/>\nIn Changara selbst sehen wir mehrere Minen, spaeter erfahre ich,<br \/>\ndass hier Edelmetalle wie Chrom, Mangan und Nickel, allerdings in<br \/>\nbescheidenem Masse, abgebaut werden. Bei einer weiteren<br \/>\nStrassenkontrolle auf einmal, kann ich nicht mehr kuppeln, der<br \/>\nPolizist winkt uns aufgeregt weiter, aber es geht nicht!<br \/>\n11<br \/>\nDas Kupplungspedal tritt in Leere. Ist das das Ende unserer Reise?<br \/>\nDer Polizeibeamte, sehr freundlich und hilfsbereit, ruft einen<br \/>\njungen Mann aus der Umgebung, der ist ein \u201eMechaniker\u201c und<br \/>\nkriecht sofort unter das Auto. Da haben wir die Bescherung:<br \/>\nKupplungsfl\u00fcssigkeit tritt aus dem Hauptdruckzylinder in gro\u00dfer<br \/>\nMenge aus. Der Deckel dieses Zylinder ist abgerissen und ein<br \/>\nBolzen fehlt, w\u00e4hrend der andere abgebrochen ist und noch ca.<br \/>\n1,5cm aus dem Zylinder herausragt. Der junge Mann kann das<br \/>\nprovisorisch fixen, sodass wir ca. 200 m zu seiner Werkstatt, ein<br \/>\nBlechdachverhau im tiefen Sand, fahren k\u00f6nnen. Der clevere Junge<br \/>\nruft einen Schwei\u00dfer, der kommt mit seinem Gasschweissgeraet,<br \/>\nschwei\u00dft eine Mutter auf den Stumpf, dreht in somit heraus, kann<br \/>\neinen neuen Bolzen einsetzen und schon ist der Schaden behoben.<br \/>\nIch hatte schon mit einem mehrt\u00e4gigen Aufenthalt in diesem Kaff<br \/>\ngerechnet, bis ein neuer Zylinder heran geschafft h\u00e4tte werden<br \/>\nkennen. Ich gebe dem Jungen Mann eine gute Bezahlung von ca.<br \/>\n10.- Euro und bei denen geht das Gefeilsche um die Aufteilung des<br \/>\nGeldes an die verschiedenen Helfer und Gaffer los.<br \/>\nGl\u00fccklicherweise haben wir auch eine Reserveflasche<br \/>\nKupplungsfl\u00fcssigkeit dabei, denn die gibt es im ganzen Lande nur<br \/>\nbeschr\u00e4nkt, wir k\u00f6nnen also nach ca. 1 Stunde,<br \/>\num eine enorme Erfahrung reicher von der Pfiffigkeit dieser Leute,<br \/>\ndie nicht nur ersetzen, sondern auch reparieren k\u00f6nnen,<br \/>\n12<br \/>\nweiterfahren.<br \/>\nWeiter geht es Richtung Mutare. Die Gegend um Chimanimani<br \/>\nherum ist das Zentrum der Holzwirtschaft des Landes. Riesige<br \/>\nNadelw\u00e4lder und Eukalyptusanpflanzungen s\u00e4umen die Strasse und<br \/>\nbedecken die bergige Welt soweit man sehen kann. Hier gehen die<br \/>\nBerge bis auf 2500 m hoch, entsprechend die P\u00e4sse, schroffe Felsen<br \/>\nund T\u00e4ler. Die s\u00fcdafrikanische Anglo-American Gesellschaft<br \/>\nbesitzt den L\u00f6wenanteil dieses Wirtschaftszweiges und die H\u00f6lzer<br \/>\nwerden fuer M\u00f6bel- und Hausbau bis nach Europa exportiert. Von<br \/>\nden kleineren Gesellschaften finden sich manchmal kleine mobile<br \/>\nS\u00e4gewerke in den W\u00e4ldern, keine gro\u00dfe Wirtschaftsmacht. An den<br \/>\nStrassen \u00fcbrigens, wie auch in allen L\u00e4ndern, die wir bereisen,<br \/>\nwerden riesige Mengen an Holzkohle verkauft, wir wissen zun\u00e4chst<br \/>\ngar nicht, wer das alles kaufen soll, bis wir erfahren, dass die<br \/>\nLastwagenfahrer, die vom Hafen in Beira (Mosambik) beladen ins<br \/>\nLandesinnere, wie Lusaka oder Harare fahren, auf der R\u00fcckfahrt<br \/>\nihre leeren Laster mit Holzkohle beladen und zu einem mehrfachen<br \/>\ndes Kaufpreises dann in Mosambik wieder verkaufen. Weiter geht<br \/>\nes die 150 km nach Mutare. Wieder diese wilden Berglandschaften<br \/>\n13<br \/>\nmit hohen Gipfeln und tiefen bewaldeten T\u00e4lern. Mutare ist die<br \/>\nGrenzstadt nach Mosambik und eindeutig ein wirtschaftlichen<br \/>\nZentrum und unter anderem mit seinen ca. 80 000 Einwohnern die<br \/>\nviert groesste Stadt Zimbabwes.<br \/>\nEinst ein Zentrum der Gold Prospektoren und Gl\u00fccksritter galt es<br \/>\ngalt es als R\u00e4uber- und Banditenstadt, heute ein lebendiges Zentrum<br \/>\nfuer Handel- und sogar Autoindustrie. Keinerlei<br \/>\nSehensw\u00fcrdigkeiten au\u00dfer einem Aloegarten kann diese Stadt<br \/>\nbieten, wir kommen relativ frueh dort an und finden bei den<br \/>\n\u201eBackpackers\u201c eine passende Unterkunft. Anne ber\u00e4t uns, wo man<br \/>\ngut und g\u00fcnstig essen kann, wir ruhen noch ein wenig aus und<br \/>\nbegeben uns dann zu dem \u201eChinesen\u201c zum Essen. Gesa bekommt<br \/>\nsoviel aufgetischt, dass wir uns ein Doggybag machen lassen und es<br \/>\ndann mitnehmen.<br \/>\nFr. 26.08.<br \/>\nNach einem guten Fruehstueck bei \u201eAnne\u201c kommen wir auf dem<br \/>\nWeg noch an einer Augenklinik vorbei, der Versuch, dort Gesas<br \/>\nAugentropfen zu bekommen scheitert daran, dass kein Doktor<br \/>\nerreichbar ist. So etwas gibt es! In einem nahe gelegenen<br \/>\nInternetcafe k\u00f6nnen wir eine kurze Nachricht an Jens senden, die,<br \/>\nwie wir spaeter erfahren, auch wirklich dort ankommen, wo sie<br \/>\nhinsollte. Nach kurzer Reise \u00fcberqueren wir die Grenze nach<br \/>\n14<br \/>\nMosambik: Sehr gr\u00fcndliche und genaue, aber auch z\u00fcgige<br \/>\nAbfertigung, mit Digitalphoto im Pass sowie elektronischem<br \/>\nFingerabdruck bekommen wir unser Visum, m\u00fcssen daf\u00fcr<br \/>\nallerdings die betr\u00e4chtliche Summe von 80.- US$ pro Person, 50.-<br \/>\nUS$ Autoeinfuhr und 30.- US$ Autoversicherung l\u00f6hnen. Wir<br \/>\nfahren wieder durch wundersch\u00f6ne und abwechslungsreiche<br \/>\nLandschaften bis ich pl\u00f6tzlich nicht mehr schalten kann. Das Ganze<br \/>\nin einer Entfernung von 50 km bis Tete, der naechsten groesseren<br \/>\nStadt. Mir kommt gleich der Gedanke, dass ein Airblock im System<br \/>\nliegt, wei\u00df jedoch nicht, wo das System entl\u00fcftet werden kann. An<br \/>\neiner Tankstelle hilft uns eine katholische Nonne einen jungen<br \/>\nMann zu finden, der wei\u00df, wie es geht, aber kein Werkzeug hat. Er<br \/>\nl\u00e4uft los, inzwischen habe ich jedoch selber die<br \/>\nEntl\u00fcftungsschraube gefunden und kann mit Hilfe eines weiteren<br \/>\njungen Mannes das System entl\u00fcften. Als der andere Junge mit dem<br \/>\nentsprechenden Schl\u00fcssel zur\u00fcck kommt, sind wir schon fertig und<br \/>\nm\u00fcssen den entt\u00e4uschten jungen Mann ohne verrichtete Arbeit<br \/>\nzur\u00fccklassen. Zu unserem Schrecken m\u00fcssen wir feststellen, dass<br \/>\nunsere Gasflasche fehlt: Entweder hat sie jemand entwedet, obwohl<br \/>\nhinten am Auto in einer Halterung gesichert, oder sie uns bei dem<br \/>\nheftigen bump bei Changara verloren gegangen, was<br \/>\nunwahrscheinlich erscheint. Wir werden also erstmal auf unsere<br \/>\ngro\u00dfe Gaslaterne verzichten m\u00fcssen ebenso wie das Kochen auf<br \/>\ngro\u00dfer Flamme. Wir haben aber noch einen kleineren Gaskocher<br \/>\ndabei; Ersatz k\u00f6nnen wir hierzulande nicht kaufen, da die Systeme<br \/>\nder verschiedenen Ventile und Schl\u00e4uche unterschiedlich sind.<br \/>\nBei anbrechender Dunkelheit \u00fcberqueren wir den Sambesi bei Tete,<br \/>\nwo auf der Nordseite angeblich ein Campingplatz sein soll. Wir<br \/>\nsuchen lange und vergeblich, auch ein paar Einheimische wissen<br \/>\noffensichtlich nichts von einem solchen. Zurueck geht es durch ein<br \/>\nwahnsinniges Gew\u00fchle von Menschen, Autos und Lastern \u00fcber die<br \/>\nBr\u00fccke und uebermuedet finden wir schlie\u00dflich das \u201eSambesi<br \/>\nHotel\u201c mitten in einem Einkaufsblock, das wir notgedrungen<br \/>\nnehmen m\u00fcssen. Zwar relativ teuer bleibt uns keine andere Wahl.<br \/>\nUm einen Parkplatz in der wirbelnden Innenstadt zu bekommen,<br \/>\nmuss ich erstmal den Hotelbus rangieren, offenbar hat niemand in<br \/>\n15<br \/>\nder Rezeption einen F\u00fchrerschein, um in einem f\u00fcrchterlich<br \/>\ndreckigen Innenhof das Auto unterzubringen. Wir h\u00e4tten es<br \/>\nwahrhaftig nicht auspacken k\u00f6nnen, und sicher w\u00e4re es auf der<br \/>\nStrasse absolut nicht gewesen. Als Belohnung allerdings fuer das<br \/>\nallerdings sehr d\u00fcrftige Abendbrotbueffett haben wir einen<br \/>\nwundersch\u00f6nen Blick auf die erleuchtete, 750m lange, und auch am<br \/>\nsp\u00e4ten Abend noch quirlige Br\u00fccke \u00fcber den Sambesi. Diese<br \/>\nBr\u00fccke wurde Ende der sechziger Jahre n\u00f6tig, um Materialien fuer<br \/>\nden Bau des \u201eCahora Bassa\u201c Staudammes vom Seehafen Beira bis<br \/>\nin das Innenland zu bef\u00f6rdern. Tete ist die Hauptstadt der<br \/>\ngleichnamigen Provinz und gilt als die hei\u00dfeste Stadt im s\u00fcdlichen<br \/>\nAfrika. Mitunter heizt sich das Sambesibecken hier im November<br \/>\nund Dezember auf \u00fcber 50 Grad auf. Komisch: Die Fahrt \u00fcber den<br \/>\nSambesi kostet von Nord nach S\u00fcd ca., 50.- Eurocent, von S\u00fcd<br \/>\nnach Nord dagegen ist sie kostenlos. Man wird scharf \u00fcberwacht<br \/>\nvon der Polizei mit Radar, wer \u00fcber 30 kmh f\u00e4hrt wird<br \/>\nerbarmungslos \u201egecharged\u201c.<br \/>\nDas Abendbrot, wie gesagt, ist d\u00fcrftig ebenso wie das Fruehstueck<br \/>\nam naechsten Morgen.<br \/>\n27.08.<br \/>\n16<br \/>\nBeim Fruehstueck wieder dieser wundervolle Blick auf den<br \/>\nSambesi mit seiner Br\u00fccke, darnach fahren wir auf der bereits<br \/>\nbekannten Strasse 25 km zur\u00fcck bis zur Abzweigung nach Songo,<br \/>\nwo wir dann an den gro\u00dfen Stausee kommen werden. Die ersten<br \/>\n100 km ist die Gegend noch furchtbar trocken und \u00e4rmlich. Au\u00dfer<br \/>\nden knorrigen Baobabs wachsen die typischen B\u00e4ume des<br \/>\nSambesitals, die \u201ewei\u00dfen Kastanien\u2019 und die \u201epink Jacaranda\u201c mit<br \/>\nihren zart rosa Bl\u00fcten. Nach dem schmucken und sauberen \u00d6rtchen<br \/>\nSongo, in dem damals 15 000 Arbeiter zum Bau des Dammes<br \/>\nuntergebracht waren, geht es steil in die Berge und Schluchten bis<br \/>\nwir schlie\u00dflich in atemberaubenden Serpentinen bis fast hinunter<br \/>\nzum Staudamm fahren. Die Ufer sind steil und man kann an keiner<br \/>\nStelle die wahren Ausma\u00dfe des Sees erkennen. Der fr\u00fcher \u201eCabora<br \/>\nBassa\u201c heute \u201eCahora Bassa\u201d (\u201cWo die Arbeit endet\u201c) genannte<br \/>\nStausee gilt als der viert groesste Stausee Afrikas und ist mit 270<br \/>\nkm L\u00e4nge zwar genauso gro\u00df wie der Kariba, wegen seiner Tiefe<br \/>\njedoch h\u00e4lt er nur halb so viel Wasser wie dieser. 24 000 Menschen<br \/>\nmussten umgesiedelt werden, und das \u00f6kologisch h\u00f6chst<br \/>\nbedenkliche Prestigeobjekt hat zu erheblichen Ver\u00e4nderungen im<br \/>\nGleichgewicht der Natur im unteren Sambesital gef\u00fchrt. Die vier<br \/>\nriesigen Turbinen sollten nicht nur Mosambik, sondern auch<br \/>\nS\u00fcdafrika mit Strom versorgen, die \u201eFrelimo\u201c jedoch zerst\u00f6rte<br \/>\ndamals 200 km der Stromleitungen. Die fruchtbaren \u00dcberflutungen<br \/>\ndes Flusses fuer die Landwirtschaft blieben aus und der<br \/>\nFischbestand ging kontinuierlich zur\u00fcck. 1982 wurden erstmals<br \/>\nKarpentafische entdeckt, eine 4\u20135cm lange Suesswasser-<br \/>\nSardinenart, die 220 km flussaufw\u00e4rts ausgesetzt worden war. Wie<br \/>\ndiese Fische durch die Turbinen des Kariba Staudammes<br \/>\ngekommen sind, ist unklar. Heute bilden sie die Grundlage fuer<br \/>\neinen florierenden Industriezweig. Die Fische werden in gro\u00dfen<br \/>\nRahmennetzen sehr tief unten im Wasser gefischt und dann in der<br \/>\nSonne getrocknet. \u00dcber die Schmackhaftigkeit kann man sich<br \/>\nstreiten, jedenfalls sind sie ein sehr proteinreiches Nahrungsmittel,<br \/>\nund erinnern ein ganz klein wenig an unseren Stint aus der Elbe, es<br \/>\nkommt eben auf die Zubereitungsform an. Auch hier in Gaborone<br \/>\n17<br \/>\nkann man sie kaufen, wir haben es einmal versucht, das war aber<br \/>\nauch das letzte Mal.<br \/>\nDieses Foto wurde einem Reisef\u00fchrer entnommen, unser eigenes<br \/>\nfolgt sogleich. In atemberaubenden Serpentinen geht es hinab bis<br \/>\nfast zum<br \/>\nSee, wo<br \/>\nwir dann<br \/>\nohne<br \/>\nProbleme<br \/>\nunseren<br \/>\nZeltplatz,<br \/>\ndie Ugezi<br \/>\nTiger<br \/>\nLodge,<br \/>\nfinden.<br \/>\nAlles, was<br \/>\nwir<br \/>\nbrauchen, ist vorhanden: Bar, Restaurant, kalte und warme<br \/>\n18<br \/>\nDuschen, nur einen direkten Blick auf den See haben wir nicht,<br \/>\ndazu m\u00fcssen wir ca. 50 m bis zum offenen Restaurant gehen.<br \/>\nNachdem wir alles aufgebaut haben, machen wir es uns erstmal auf<br \/>\nunseren bequemen Liegen gemuetlich und genie\u00dfen die noch<br \/>\nwarme Sonne.<br \/>\nSpaeter gehe ich Felsen hinunter zum Wasser, wo an verschiedenen<br \/>\nAnlegestegen gro\u00dfe und schnelle Sportboote liegen. Ich erkundige<br \/>\nmich nach Seerundfahrten, aber alles ist in privater Hand,<br \/>\nvorwiegend von S\u00fcdafrikanern, die zum Angel und sonstigem<br \/>\nVergn\u00fcgen hierher kommen. Etwas entt\u00e4uscht gehe ich zur\u00fcck als<br \/>\nein junger Mann hinter mit her kommt, er hat wohl meinen<br \/>\ntraurigen Blick richtig interpretiert und mich fragt, ob ich mit ihm,<br \/>\nseinem Vater und noch einem kleinen Bruder mit zum Angeln raus<br \/>\nfahren wolle. Man kann sich kaum vorstellen, wie , mein Herz vor<br \/>\nFreude h\u00fcpft, schnell laufe ich zu Gesa um sie zu benachrichtigen<br \/>\nund innerhalb weniger Minuten sind wir auf dem See und preschen<br \/>\nmit hoher Geschwindigkeit auf einen, dem Vater wohl bekannten<br \/>\nAngelplatz zu. So sehr wir uns auch alle drei bem\u00fchen, kein Fisch<br \/>\nwill bei\u00dfen, trotzdem ist diese Tour ein wundersch\u00f6nes Erlebnis<br \/>\nund ich werde es sicher nicht vergessen. Der Bootseigner wohnt in<br \/>\n19<br \/>\nLilongwe und kommt \u00f6fter \u00fcber ein Wochenende hierher.<br \/>\nAbendstimmung am Cahora Bassa.<br \/>\nZum Abendessen haben wir noch genug von Gesas \u201eLeftovers\u201c aus<br \/>\nMutare und machen uns diese hei\u00df. Lange sitzen wir noch drau\u00dfen<br \/>\nund kl\u00f6nen bei einem Gl\u00e4schen Wein, bis uns gegen 20.00h die<br \/>\nK\u00e4lte in die Schlafs\u00e4cke treibt. Man bedenke: Auch wenn wir schon<br \/>\nca. 2000 km n\u00f6rdlich von uns sind, es herrscht noch Winter und es<br \/>\nwird nachts sehr kalt.<br \/>\n28.08.<br \/>\nBei bedecktem Wetter fruehstuecken wir drau\u00dfen vor dem Zelt,<br \/>\n\u201eAnna\u201c, die fuer die Sauberkeit auf dem Zeltplatz und in den<br \/>\nSanitaerraeumen verantwortlich ist. w\u00e4scht ein paar Klamotten fuer<br \/>\nuns und verdient sich dadurch, wenn auch illegal, ein paar<br \/>\nzus\u00e4tzliche Metachas. Spaeter bei strahlendem Sonnenschein<br \/>\nmachen wir beiden einen ausgedehnten Spaziergang am See<br \/>\nentlang. Wir sehen steile Berge den See begrenzen wie auch eine<br \/>\nEcke richtig wei\u00dfen Sandstrandes. Menschen begegnen uns keine!<br \/>\nAm Nachmittag machen wir Ruhezeit, lesen oder ordnen unsere<br \/>\nverschiednen Dinge. Am sp\u00e4ten Nachmittag bauen wir bereits das<br \/>\nVorzelt ab und verstauen es oben auf dem Auto, damit wir morgen<br \/>\nfrueh weniger zu tun haben. Ein erholsamer Schlaf ueberfaellt uns<br \/>\nnach diesem \u201eanstrengenden\u201c Faultag.<br \/>\n20<br \/>\n29.08.<br \/>\nWir stehen frueh auf, fruehstuecken in aller Ruhe, bezahlen bei<br \/>\n\u201eJohn\u201c unsere Geb\u00fchren von 10.- US$ pp und m\u00fcssen uns von ihm<br \/>\nanh\u00f6ren, wie \u00fcbrigens auch schon von anderen, dass es in Malawi,<br \/>\nwo wir nun hinfahren werden, keinen Kraftstoff, insbesondere<br \/>\nDiesel, gibt. Auf der uns bereits bekannten Strasse geht es zur\u00fcck<br \/>\nnach Tete, \u00fcber die gro\u00dfe Br\u00fccke \u00fcberqueren wir wieder den<br \/>\nSambesi und fahren durch den \u201eTete Corridor\u201c nord\u00f6stlich<br \/>\nzun\u00e4chst in Richtung Blantyre, Malawi. Vor Zobue biegen wir in<br \/>\nn\u00f6rdlicher Richtung ab und an der Grenze in Dedza werden wir<br \/>\nz\u00fcgig abgefertigt, Deutsche brauchen wir Malawi kein Visum aber<br \/>\nkurz hinter der Grenze, h\u00e4lt uns ein Polizist an, da wir uns noch im<br \/>\nStadtgebiet aufhalten und \u00fcber 50 kmh gefahren sein sollen. Nach<br \/>\nlangem Palaver und meinerseitigem Versprechen, Malawi zu Hause<br \/>\nals einen guten und sicheren Staat zu loben, wird uns das<br \/>\n\u201eKn\u00f6llchen\u201c erlassen und wir k\u00f6nnen weiterfahren. Irgendwie<br \/>\nkommt uns die Tageszeit komisch vor, bis wir entdecken, dass<br \/>\nmeine Uhr nicht mehr richtig geht und 2 Stunden verloren hat. Wir<br \/>\nbrauchen eine neue Batterie! An den Strassen werden riesige<br \/>\nBallen von Tabak gehandelt und auf v\u00f6llig \u00fcberladenen Lastern<br \/>\ntransportiert.<br \/>\nAlle Arten von<br \/>\nkleinlandwirtschaftlichen Betrieben bieten ihre Produkte wie<br \/>\nTomaten, Zwiebeln, Maniok, manchmal Bananen oder Tee an. Man<br \/>\n21<br \/>\nwei\u00df gar nicht, wer so viele Produkte kaufen soll, aber auch hier<br \/>\nkaufen die Grossbetriebe aus den St\u00e4dten zu Schleuderpreisen ein<br \/>\num sie dann \u00fcberteuert wieder verkaufen. So ist das nun einmal.<br \/>\nNach weiteren 150 km durch malerische Gebirge und P\u00e4sse<br \/>\nerreichen wir die quirlige und gro\u00dfe Stadt Lilongwe. Nach langem<br \/>\nhin und her, vorbei an protzigen Parlaments- und<br \/>\nRegierungsgeb\u00e4uden finden wir unsere Lodge mit Zeltplatz, es gibt<br \/>\naber keine Sanitaerraeume, sodass wir uns entschlie\u00dfen, wieder<br \/>\neinmal, eigentlich nicht unserem Budget entsprechend, uns in der<br \/>\nLodge einzubuchen. Das kleine H\u00e4uschen im Busch ist sehr nett<br \/>\neingerichtet, nur funktioniert die Bettlampe nicht, das Telefon ist<br \/>\nkaputt und einen Adapter zum Aufladen unserer Elektronik<br \/>\nbekommen wir auch nicht. Die Lodge muss wohl einmal sehr gut<br \/>\ngewesen sein, da jedoch der gesamte Tourismus in Malawi<br \/>\nstagniert, ist wohl auch dieses Haus betroffen gewesen und in neuer<br \/>\nPakistanischer Hand gelandet, wo man wohl auch das Wort<br \/>\n\u201eMaintanence\u201c nicht kennt. Wir sind im Vergleich zu dem hohen<br \/>\nPreis etwas entt\u00e4uscht! Der Fisch (Chambe) zum Abendbrot auf der<br \/>\nluftigen Terrasse allerdings ist gut und frisch aus dem See.<br \/>\n30.08.<br \/>\n22<br \/>\nDas Fruehstuecksbueffet ist mehr als d\u00fcrftig und wir sind \u00fcbrigens<br \/>\nauch die einzigen G\u00e4ste. Hinterher fahren wir in die Stadt und<br \/>\nfinden ein gro\u00dfes Einkaufszentrum mit genau den gleichen L\u00e4den<br \/>\nwie wir sie auch hier in Botswana haben. Groesstenteils<br \/>\ns\u00fcdafrikanische Ketten wie Game, PEP, Ackermann etc. Junge<br \/>\nM\u00e4nner bieten Geldumtausch an, und da wir uns vorher \u00fcber die<br \/>\nWechselkurse unterrichtet haben, sehen wir durchaus bessere<br \/>\nBedingungen als an den Banken. Bei Game wollen wir noch ein<br \/>\npaar Bolzen, Schrauben und so weiter kaufen als wir pl\u00f6tzlich<br \/>\n\u201eHarold\u201c den Bootseigner mit dem ich Angeln war, treffen. Welch<br \/>\nein Zufall! Nach kurzem Palaver allerdings trennen sich unsere<br \/>\nWege wieder. Auf einer Pappkiste sitzt ein Mann, der in Windeseile<br \/>\nmeine Uhr auseinander nimmt und die Batterie auswechselt. Nun<br \/>\nsind wir wieder richtig in der Zeit! Und das zu einem Spottpreis<br \/>\nvon ca. 2.- Euro. Am Nachmittag wollen wir eigentlich einen<br \/>\nSpaziergang Im Game Reserve machen, die Preise sind jedoch so<br \/>\nhoch, dass wir darauf verzichten, wir werden noch genug Wild zu<br \/>\nsehen bekommen. Stattdessen besuchen wir noch einmal das<br \/>\nEinkaufzentrum, kaufen eine Telefonkarte und eine Netzwerkkarte,<br \/>\ndie schlie\u00dflich und endlich beide nicht funktionieren. Abendbrot in<br \/>\nder Lodge.<br \/>\n31.08.<br \/>\nNoch einmal durch die gro\u00dfe Stadt mit ihren Protzbauten in sonst<br \/>\nh\u00f6chst erb\u00e4rmlicher Umgebung geht es zun\u00e4chst einmal auf guter<br \/>\nStrasse nach Kuzungu. Das Land ist \u00e4rmlich, keine<br \/>\nWasserrecourcen und die ca. 60 000 Einwohner leben vorwiegend<br \/>\nvon ihren eigenen d\u00fcrftigen Ertr\u00e4gen oder von Tabakanbau. Grosse<br \/>\nBallen von 200 Kg getrockneter Bl\u00e4tter werden verladen und gehen<br \/>\n23<br \/>\nins Ausland zur Weiterverarbeitung. Hier kann wirklich nicht mehr<br \/>\nsagen,<br \/>\nwovon die Menschen eigentlich leben. Weiter geht es in die Viphya<br \/>\nBerge, ein H\u00f6henzug der sich 200 Km parallel zum Seeufer in<br \/>\nNord-S\u00fcd Richtung ausdehnt. Hier ver\u00e4ndert sich die Landschaft<br \/>\nschlagartig: Die Berge erreichen bis zu 2000 m H\u00f6he mit<br \/>\nentsprechenden P\u00e4ssen und T\u00e4lern. Das ganze Gebiet bedeckt der<br \/>\nk\u00fcnstlich angelegte Viphya Wald, ein Forstbetrieb, der vorwiegend<br \/>\naus Pinien besteht. Hier wird Holzwirtschaft \u201een gros\u201c betrieben,<br \/>\nsogar die kleinen Arbeiterh\u00fctten an den Strassen bestehen<br \/>\nausschlie\u00dflich aus Holz. Gelegentlich sieht man kleine mobile<br \/>\nS\u00e4gewerke im Wald.<br \/>\n24<br \/>\nErstaunlich ist, wie viele Projekte hierzulande von der EU gef\u00f6rdert<br \/>\nwerden. \u00dcberall diese Schilder, die auf die Urheberschaft der<br \/>\nEurop\u00e4er hinweist. Ob es nun land- oder forstwirtschaftliche<br \/>\nBetriebe sind, die gef\u00f6rdert werden oder auch Industrieanlagen,<br \/>\ndieses Land, eines der \u00e4rmsten in Afrika, ist fuer Europa<br \/>\noffensichtlich sehr interessant. Ist das vielleicht eine moderne Form<br \/>\ndes Kolonialismus?<br \/>\nDann kommt Mzuzu, die dritt groesste Stadt Malawis mit ca.<br \/>\n130.000 Einwohnern. Hier, am n\u00f6rdlichen Rande des Viphya-<br \/>\nWaldes versucht man, den Tourismus ein wenig auszubauen, da die<br \/>\nriesigen W\u00e4lder G\u00e4ste zum Spazierengehen einladen. Bis dahin ist<br \/>\nallerdings noch ein langer Weg! Ungef\u00e4hr 60 km weiter liegt<br \/>\nRumphi und davon noch 20 km westlich wieder hinein in die Berge<br \/>\nf\u00fchrt uns unser Reisef\u00fchrer zu unserem Campingplatz. Hier war<br \/>\nfr\u00fcher eine Missionsstation der holl\u00e4ndisch reformierten Kirche, die<br \/>\nhier ein Waisenhaus betrieb. Heute ist es ein Daycare Center fuer<br \/>\nalle Altersklassen und wird weiterhin von einem jungen<br \/>\n25<br \/>\nholl\u00e4ndischen Ehepaar geleitet. Die Frau l\u00e4sst sich lang und breit<br \/>\n\u00fcber die Inflationsrate im Land aus, die aber wirklich erschreckend<br \/>\nist. Wenn vor 2 Monaten das Brot noch 2 Mark kostete, so sind es<br \/>\nheute bereits 2,60. Durch eine wildromantische Schlucht gelangen<br \/>\nwir zu unserem Ziel und bekommen ein kleines Rondavel<br \/>\nzugewiesen. Vorher begegnen wir noch einer politischen<br \/>\nDemonstration von Frauen gegen das derzeitige politische Regime,<br \/>\ndie von starken Polizeikr\u00e4ften abgesichert wird. Teilnahme<br \/>\ninsgesamt etwa 100 Frauen!<br \/>\nWir beziehen unser kleines H\u00e4uschen und solange die Sonne noch<br \/>\nscheint, legen wir uns auf unsere Liegen zum Ausruhen. Als wir in<br \/>\ndem kleinen Restaurant zum Abendessen gehen: Stromsperre!<br \/>\nTrotzdem zaubert der Koch auf kleinen Gaskochern ein<br \/>\nH\u00fchnchengericht mit Cocos Sauce auf den Tisch, ausgesprochen<br \/>\nwohlschmeckend. Er hat auch ein Bier fuer mich, fuer Gesa leider<br \/>\nkeinen Rotwein.<br \/>\n.<br \/>\n26<br \/>\nDie Nacht wird wieder einmal sehr kalt in dieser gro\u00dfen H\u00f6he und<br \/>\nwir holen uns unsere zus\u00e4tzlichen dicken Schlafs\u00e4cke.<br \/>\n01.09.<br \/>\nDie Gastst\u00e4tte im Camp bietet ein einfaches aber gutes Fruehstueck<br \/>\nmit Obst und M\u00fcsli an. Durch die verwegene Schlucht geht es dann<br \/>\nwieder zur\u00fcck nach Rumphi, und von dort aus wieder \u00fcber<br \/>\nabenteuerliche T\u00e4ler und P\u00e4sse, -ueberall liegen gebliebene Autos<br \/>\nund zerbrochene Laster, verwegene Busfahrer, alle mit<br \/>\nirgendwelchen Bibelspr\u00fcchen beklebt, wovon der eindrucksvollste<br \/>\nfuer uns war: \u201eGod save the survivors\u201c. Nach dem letzten Pass<br \/>\noeffnet sich ploetzlich vor uns der Malawi-See.<br \/>\nFuer uns sieht es mehr wie ein Meer aus, man kann das gegen\u00fcber<br \/>\nliegende Ufer nicht sehen, und unten breitet sich menschenleerer<br \/>\nwei\u00dfer Sandstrand aus. Der See, auch Njassa See genannt, ist mit<br \/>\n570 km L\u00e4nge und durchschnittlich 70 km Breite der dritt groesste<br \/>\nSee Afrikas und bedeckt eine Fl\u00e4che von ca. 30.000<br \/>\nQuadratkilometer. Wir halten uns nicht lange am See auf,<br \/>\n27<br \/>\nerklimmen vor der tansanischen Grenze noch einmal die Berge bis<br \/>\nzu 2.500 m an und passieren dann die Grenze bei Kyela. Bis zu<br \/>\nunserem Tagesziel Mbeya sind es noch 120 km, wieder durch<br \/>\nhohes Bergland. Auffallend hier manchmal die Baobabs, die gro\u00dfe<br \/>\nBezirke durch Menschenhand abgesch\u00e4lter Bezirke zeigen.<br \/>\nMan sagt, dass die Eingeborenen die Rinde trocknen, zerreiben<br \/>\nund Medizin daraus machen, wobei wohl besonders der<br \/>\naphrodisiatische Effekt eine Rolle beim Verkauf spielen soll. Kurz<br \/>\nhinter der Grenze m\u00f6chte uns ein Polizist fuer ueberhoehte<br \/>\nGeschwindigkeit ein Strafmandat von 50.- US$ aufbrummen, nach<br \/>\nlangem Palaver jedoch sieht er davon ab, und w\u00fcnscht uns gute<br \/>\nFahrt, wir lassen ihm noch eine alte \u201egoldene\u201c Digitalarmbanduhr<br \/>\nfuer seine Frau da, der nur eine neue Batterie fehlt. Er ist<br \/>\nuebergluecklich, wir auch!<br \/>\nIn der gro\u00dfen Stadt suchen wir das christliche Hospiz auf, finden es<br \/>\naber nur mit Hilfe eines freundlichen Polizisten, der seinen Posten<br \/>\nverl\u00e4sst und uns im Auto, vorne zu Dritt, zu unserem Campingplatz<br \/>\nf\u00fchrt. Das Taxigeld von uns zur\u00fcck zu seinem Posten ist etwas zu<br \/>\nhoch bemessen, aber fuer uns doch noch sehr geringe Geb\u00fchr.<br \/>\nAnstatt des Campingplatzes dort nehmen wir ein Zimmer, kochen<br \/>\nuns unser Abendbrot und haben spaeter ein sehr interessantes<br \/>\nGespr\u00e4ch mit einem \u00d6konomen aus der Hauptstadt, der fuer eine<br \/>\nBank M\u00f6glichkeiten zur Einkommensverbesserungen fuer die<br \/>\n\u00e4rmere Landbev\u00f6lkerung erkunden soll.<br \/>\n28<br \/>\nIm s\u00fcdlichen Tansania sieht es v\u00f6llig anders aus als im Norden, auf<br \/>\nkleinen Fl\u00e4chen werden \u00fcberall Tabak, Tee, Kaffee, Bananen,<br \/>\nZwiebeln, Tomaten und v.a.m angebaut und an der Strasse<br \/>\nvermarktet.<br \/>\n02.09<br \/>\nIringa ist unser heutiges Ziel, wir fahren in nord\u00f6stlicher Richtung<br \/>\nca. 400 km. Zwischendurch sehen etwas abseits der Strasse eine<br \/>\n\u201eWerkstatt\u201c, wo gerade geschwei\u00dft wird. Der rausklappbare Tritt<br \/>\nam hinteren Ende des Landrovers ist an einer Seite abgebrochen<br \/>\nund muss repariert werden. Mit Zeichensprache erkl\u00e4ren wir, was<br \/>\nwir wollen und sofort sind die Jungens mit Eifer bei der Sache. Da<br \/>\nwir den Wagen nicht ganz bis an die Werkstatt heranfahren k\u00f6nnen,<br \/>\nist das Erdkabel fuer das Schweissgeraet zu kurz. Schnell wir ein<br \/>\nl\u00e4ngerer Zaunpfahl am Kabel und am Auto angeschwei\u00dft, und<br \/>\nschon ist die Erdverbindung hergestellt. Bevor er anf\u00e4ngt, erkl\u00e4re<br \/>\nich ihm, dass ich wohl noch die Batterien abklemmen solle, er h\u00e4lt<br \/>\ndas fuer unn\u00f6tig, ich solle nur den Motor laufen lassen. Und<br \/>\ntats\u00e4chlich: Innerhalb weniger Minuten ist der Fall erledigt und<br \/>\nGesa muss mit dem Besitzer einen Freudentanz auffuehren.<br \/>\n29<br \/>\nPinienw\u00e4lder<br \/>\nund<br \/>\nMoorlandschaften s\u00e4umen weiterhin die Strasse bis wir nach ca.<br \/>\n400 km in Iringa ankommen. Au\u00dferhalb der Stadt finden wir<br \/>\nunserem Zeltplatz unten am Fluss, nehmen an der \u201eBar\u201c ein k\u00fchles<br \/>\nBier und erkundigen uns nach dem Stra\u00dfenzustand von hier zur<br \/>\nHauptstadt Dodoma. Die Berichte sind nicht sehr \u00fcberzeugend und<br \/>\nwir suchen einen Umweg \u00fcber Morogoro. Das Abendbrot besteht<br \/>\naus Nudeln mit Tomatenso\u00dfe und Corned beef, k\u00f6stlich! Wir gehen<br \/>\nfrueh schlafen, die Zeit in Tansania ist n\u00e4mlich eine Stunde voraus<br \/>\nvon uns.<br \/>\n03.09.<br \/>\nDie Fahrt nach Morogoro sind zwar nur 300 km, da wir jedoch in<br \/>\njedem Dorf, und davon gibt es viele, 50 kmh fahren m\u00fcssen, \u00fcberall<br \/>\nsind freundliche Polizeikontrollen, die uns jedoch nach kurzer<br \/>\nBegr\u00fcssung durchwinken, dauert sie etwas l\u00e4nger als gew\u00f6hnlich.<br \/>\nWir haben uns ein paar Worte Kishuaheli angeeignet, und so ist es<br \/>\neigentlich \u00fcberall: Wenn man freundlich versucht, die Menschen zu<br \/>\ngr\u00fcssen, sind sie sofort zug\u00e4nglich und interessieren sich eigentlich<br \/>\nweniger fuer ihre Polizeiangelegenheiten als fuer einen<br \/>\nKl\u00f6nschnack \u201ewoher\u201c und \u201ewohin\u201c. Als sie merken, dass wir ganz<br \/>\nvon Botswana hierher gekommen sind, um ihr land u d ihre Leute<br \/>\nkenn zu lernen, tauen sie sichtlich auf. In diesem Teil des Landes ist<br \/>\nder Fremdenverkehr noch so gut wie unbekannt, und was sollen die<br \/>\n30<br \/>\narmen Polizisten tun, wenn sie den ganzen Tag in der Sonne stehen<br \/>\nm\u00fcssen und vielleicht drei oder vier Autos vorbei kommen?<br \/>\nCa. 100 km vor Morogoro kreuzen wir den n\u00f6rdlichen Teil des<br \/>\nber\u00fchmten Selous Game Reserve, einer World Heritage Site, und<br \/>\nbekommen einiges an Wild zu sehen: Giraffen, Elefanten und<br \/>\neinige Antilopen. Eigentlich wollen wir noch weiter, aber in der<br \/>\nStadt m\u00fcssen wir tanken, und ich habe nicht genug Bargeld um an<br \/>\nder Tankstelle bezahlen zu k\u00f6nnen, Kreditkarte wird nicht<br \/>\nangenommen. Gesa an der Zapfs\u00e4ule zur\u00fccklassend laufe ich ca.<br \/>\neinen Kilometer durch die pralle Sonne zum naechsten<br \/>\nGeldautomaten, um festzustellen, dass dieser nicht funktioniert. In<br \/>\ndas Stadtzentrum ist es weit und ich laufe zur\u00fcck zur Tankstelle,<br \/>\nnehme das Auto, lasse Gesa wiederum als Pfand zur\u00fcck und fahre<br \/>\nin die wuehlige Stadt. Mitten in der Stadt f\u00e4hrt mich ein<br \/>\nMotorradfahrer mit v\u00f6llig \u00fcberladenem Fahrzeug von hinten an und<br \/>\nf\u00e4llt dabei um. Sofort bildet sich eine gestikulierende und<br \/>\nschnatternde Menschenmenge um uns und auch ein Polizist ist in<br \/>\nk\u00fcrzester zeit zur Stelle. Ich helfe dem Motorradfahrer auf die<br \/>\nBeine, er ist nicht verletzt und kann weiterfahren, wir werden<br \/>\njedoch autorit\u00e4r zur naechsten Polizeistelle beordert. Der Polizist<br \/>\nf\u00e4hrt mit mir mit, und auf der Fahrt kann ich ihm den Hergang<br \/>\ngenau erkl\u00e4ren. Er glaubt mir! Vor dem Polizeipr\u00e4sidium treffen<br \/>\nwir auch den Motorradfahrer, und der Polizist fragt mich, ob ich<br \/>\neinverstanden sei mit einer kleinen Kompensation fuer den<br \/>\nMotorradfahrer, dann k\u00f6nnten wir uns den ganzen Schriftkram<br \/>\nersparen. Nat\u00fcrlich bin ich einverstanden und zahle mein letztes<br \/>\nGeld, das sind 2000.- tansanische Dollar an den Motorradfahrer, der<br \/>\nsofort 1000.- davon an den Polizisten weitergibt. Das Ganze<br \/>\nbedeutet fuer mich ca. 1.- Euro. Zufrieden und als \u201eFreunde\u201c<br \/>\ntrennen wir uns. Nun habe ich aber immer noch kein Geld. Mit dem<br \/>\nPolizisten fahre ich zu einer Bank mit Geldautomat und kann<br \/>\ngen\u00fcgend Geld ziehen. Nun noch eine Telefonkarte: Auch hier<br \/>\nbegleitet mich mein freundlicher Polizist, holt mir fuer 5000 Piepen<br \/>\neine Karte aus einem sehr fraglichen Inderladen und dann bringe<br \/>\nich ihn zur\u00fcck zu seinem Posten und suche die Tankstelle, an der<br \/>\nGesa wartet. Ich brauche eine ganze Weile um die richtige Tanke<br \/>\n31<br \/>\nzu finden, aber schlie\u00dflich kann ich sie ausl\u00f6sen. Nun ist es schon<br \/>\nziemlich sp\u00e4t und wir wollen in Morogoro bleiben. Im \u201eKola Hill\u201c<br \/>\noben \u00fcber der Stadt finden wir eine einfache und billige Lodge, wir<br \/>\nk\u00f6nnen unsere Elektroger\u00e4te aufladen, nachdem ich den Stecker ein<br \/>\nwenig \u201emanipuliert\u201c habe, und es gibt flie\u00dfend Wasser.<br \/>\nVorsichtshalber steht in der Dusche ein gro\u00dfer Eimer und ein<br \/>\nkleiner Plastiktopf, im Falle von Wasserknappheit. Fuer abends um<br \/>\n19.00 bestellen wir im Restaurant ein H\u00fchnchen, als wir rechtzeitig<br \/>\ndort ankommen, muss erstmal die K\u00f6chin herbeigeschafft werden,<br \/>\ndann das Holzkohlenfeuer entz\u00fcndet und schlie\u00dflich gebrutzelt und<br \/>\ngebacken werden. Es gibt kein kaltes Bier nur einen sehr trockenen<br \/>\nRotwein, mit dem wir uns begn\u00fcgen m\u00fcssen. Nach einer guten<br \/>\nStunde Wartezeit bekommen wir endlich unser H\u00fchnchen, das<br \/>\neinigerma\u00dfen schmeckt. Wir sind \u00fcbrigens, wie schon \u00f6fter, die<br \/>\neinzigen G\u00e4ste im Saal.<br \/>\n04.09.<br \/>\nDie Fahrt geht auf der Hauptstrasse in Richtung Dar es Salam<br \/>\n(\u201eHafen des Friedens\u201c) mit entsprechendem Verkehr vorwiegend<br \/>\nmit Bussen, deren Fahrer offenbar alle einen Todesdrang haben,<br \/>\ngenau wie die mutigen Passagiere. Auf dieser Hauptstrasse, &#8211;<br \/>\nAutobahn genannt-, geht der gesamte Verkehr von der Gro\u00dfstadt<br \/>\n\u201eDar\u201c in s\u00e4mtliche Teile des Innenlandes, Nord, West und S\u00fcd.<br \/>\n32<br \/>\nLandschaftlich zauberhaft sch\u00f6n, als Fahrer muss man allerdings<br \/>\nmehr auf den Verkehr achten, als dass man die Landschaft genie\u00dfen<br \/>\nk\u00f6nnte. Entsprechend viele kaputte Busse und Laster liegen am<br \/>\nStra\u00dfenrand, Zeugen der verwegenen Fahrkunst der Buspiloten.<br \/>\nNach knapp 100 km biegen wir in Chalinze nach Norden auf die A<br \/>\n14 ab, der Hauptroute zum \u201eKili\u201c und in die Serengeti. Wir haben<br \/>\nheute eine lange Tour vor uns, \u00fcber 500 km, und kommen am<br \/>\nsp\u00e4ten Nachmittag in Moshi an. Wieder ging unser Tagestrip durch<br \/>\ntiefe forstwirtschaftlich genutzte Pinienw\u00e4lder, wundersch\u00f6ne T\u00e4ler<br \/>\nund P\u00e4sse sowie kleinb\u00e4uerliche Betriebe mit Bananen, Tomaten,<br \/>\nKaffee und Tee Anbau.<br \/>\nIn Moshi suchen wir den Campingplatz an Key\u2019s Hotel, hier ist<br \/>\nangeblich kein Platz frei aber in der Dependance weiter unten in der<br \/>\nStadt gibt es noch Pl\u00e4tze, die wir aber mit dem Landy nicht<br \/>\nbefahren k\u00f6nnen, also nehmen wir ein nicht allzu teure<br \/>\nDoppelzimmer. Kaum sind wir dort, da befreit sich der<br \/>\nKilimandscharo von seiner Wolkendecke und steht im abendlichen<br \/>\nSonnenuntergang in seiner ganzen Pracht vor uns. Wir haben<br \/>\nwahnsinniges Gl\u00fcck, denn manche G\u00e4ste warten bereits seit Tagen,<br \/>\num den Gipfel zu Gesicht zu bekommen. \u00dcbrigens ist er auch am<br \/>\nn\u00e4chsten Tag wieder in den Wolken verschwunden. Ein<br \/>\n33<br \/>\nJugendtraum geht fuer uns beide in Erf\u00fcllung, wie oft haben wir<br \/>\nfr\u00fcher und auch in den letzten Jahren noch davon getr\u00e4umt, den<br \/>\nh\u00f6chsten Berg Afrikas bestaunen zu k\u00f6nnen. Auf einmal ist es<br \/>\nsoweit. Oben liegt noch Schnee und die Klimaexperten haben<br \/>\nausgerechnet, dass man diesen nur noch bis 2020 sehen kann, dann<br \/>\nwird auch der letzte \u201eSchnee \u00fcber dem Kilimandscharo\u201c ein Opfer<br \/>\ndes globalen Klimawechsels<br \/>\nsein.<br \/>\nIm Hotel \u00fcbrigens sind Gruppen jeden Alters, die mit F\u00fchrern in<br \/>\neiner mehrt\u00e4gigen Tour den Berg besteigen werden. Hunderte von<br \/>\nTouristen krabbeln da t\u00e4glich auf den Berg, wir sind leider zu alt<br \/>\nund zu unbeweglich fuer einen solchen Trip. Da heute Sonntag ist,<br \/>\nsammeln sich viele Menschen zum Abendessen im Innenhof des<br \/>\nHotels, so auch wir und genie\u00dfen ein wirklich gutes Menu. K\u00f6nnen<br \/>\nsogar abends noch Kontakt mit Jens und Eva aufnehmen. Guter<br \/>\nWein, gutes Essen, toller Anblick! Was wollen wir mehr. Bei<br \/>\nerholsamem Schlaf entspannen und regenerieren von der langen<br \/>\nFahrt im Landrover.<br \/>\n34<br \/>\n05.09.<br \/>\nWir wollen einen Tag lang hier bleiben, entspannen und abh\u00e4ngen.<br \/>\nWir schauen uns ein wenig die Stadt an in der wirklich nicht viel zu<br \/>\nsehen ist. Danach lungern wir im Hotelgarten unter Schatten<br \/>\nspendenden Palmen herum, planen die n\u00e4chsten Etappen unserer<br \/>\nTour und trinken so zum Spa\u00df Sekt und Bier zum Fr\u00fchschoppen,<br \/>\nschlafen \u00fcber Mittag und auch den Nachmittag bleiben wir im<br \/>\nHotel, immer noch in der Hoffnung den Berg noch einmal sichten<br \/>\nzu k\u00f6nnen. Aber es hat nicht sollen sein! Beim Abendbrot gesellt<br \/>\nsich ein junger Mann zu uns, er ist Rechtsanwalt in Australien und<br \/>\nhat in der Gegend ein Projekt: Er betreut aus eigenen Mitteln und<br \/>\nprivaten Spenden ein \u00e4hnliches Projekt wie wir es in Mokolodi tun<br \/>\nund kann sich, ebenso wie wir, \u00fcber die gro\u00dfen \u201eEntwicklungshilfe<br \/>\nOrganisationen\u201c \u00e4rgern, die v\u00f6llig ineffektiv riesige Geldsummen<br \/>\naus Europa und Amerika \u201everbraten\u201c. Wir sitzen lange zusammen,<br \/>\ntrinken die Reste unseres Weines und Sektes und John will uns mal<br \/>\nin Mokolodi besuchen. Mal sehen, ob etwas daraus wird. Am<br \/>\nRande bekommen wir noch mit, wie eine Reisegruppe heute<br \/>\nziemlich entt\u00e4uscht aus dem Serengeti Nationalpark zur\u00fcckkehrt<br \/>\nund nur einige Elefanten und Antilopen zu Gesicht bekommen hat.<br \/>\nWegen der horrenden Eintrittspreise und der eben gemachten<br \/>\nErfahrung anderer, beschlie\u00dfen wir, nicht in den NP zu fahren, und<br \/>\nuns nicht fuer US$ 200. &#8211; pro Person extra, den Ngorongoro Krater<br \/>\nanzusehen.<br \/>\n06.09.<br \/>\nMorgens geht es durch malerische Berglandschaften und<br \/>\nSchluchten, vorbei am Gipfel des Meru (4500 m) in eine uns<br \/>\nziemlich unfruchtbare erscheinende Hochebene, wo, soweit das<br \/>\nAuge reicht, Hanf angebaut wird. Dieser wird zu Matten und Seilen<br \/>\nverarbeitet, sogar die Bluetenstaende sahen wir an den Strassen,<br \/>\noffenbar irgendwie behandelt, als Baumaterial angeboten. Arusha<br \/>\nsoll die schnellstwachsende Stadt Tansanias sein. Typische<br \/>\nHotelhochh\u00e4user mit fraglicher Architektur schie\u00dfen aus dem<br \/>\nBoden; Von hier aus starten die meisten Safaris und Bergtouren in<br \/>\n35<br \/>\ndas Kilimandscharo-Gebiet, entsprechend ist das<br \/>\nTouristenaufkommen. Ansonsten ist nicht viel zu sehen hier, wir<br \/>\nfahren weiter in Richtung Tanganiere Nationalpark. Eine<br \/>\nwundersch\u00f6ne neue Asphaltstrasse feuert uns direkt in die Serengeti<br \/>\nmit malerischen Masai-Menschen, gro\u00dfen Rinderherden und<br \/>\nunendlich \u00f6den Ebenen.<br \/>\nNach einer Weile meinen wir, in der falschen Richtung zu fahren<br \/>\nund versuchen aus einem alten Masai von riesenhafter<br \/>\nKoerpergroesse und seinem Sohn herauszubekommen, wo unser<br \/>\nheutiges Ziel liegt. Dieser alte Mann beeindruckt uns tief: Stolz und<br \/>\nzur\u00fcckhaltend versuchen er und sein Sohn uns zu helfen, aber<br \/>\nirgendwie liegt unser Tagesziel wohl zu weit von seinem<br \/>\nWirkungskreis entfernt, um uns helfen zu k\u00f6nnen. Jedoch er hat<br \/>\nsich bem\u00fcht. Tiefe Falten pr\u00e4gen sein Gesicht und sein gro\u00dfer<br \/>\nK\u00f6rper wird von einer bunten Decke, in der traditionellen Weise<br \/>\ngebunden, umh\u00fcllt, st\u00fctzen tut er sich auf einen langen Holzstab.<br \/>\nNat\u00fcrlich k\u00f6nnen wir ihn nicht fotografieren, das h\u00e4tte sein Stolz<br \/>\nsicherlich nicht erlaubt. Die Strasse jedenfalls h\u00e4tte uns nach ca. 3<br \/>\nStunden nach Nairobi in Kenia gebracht. Wir drehen jedenfalls um<br \/>\nund fahren zur\u00fcck nach Arusha, finden dann auch den richtigen<br \/>\nWeg in den Tarangire National Park, auch auf wunderbarer<br \/>\n36<br \/>\nAsphaltstrasse. Wir m\u00fcssen uns zwar \u00fcber die hohen Geb\u00fchren fuer<br \/>\nEintritt und Zeltplatz wundern, sehen aber spaeter, dass das \u201ePreis-<br \/>\nLeistungsverh\u00e4ltnis\u201c stimmt. Im Park sto\u00dfen wir nach wenigen<br \/>\nKilometern auf den \u00f6ffentlichen Zeltplatz, auch hier sind wir<br \/>\nwieder einmal alleine, die meisten Menschen kommen in gef\u00fchrten<br \/>\nGame Drives aus Arusha oder Umgebung in diesen wundersch\u00f6nen<br \/>\nPark. Nach kurzer Pause machen wir uns auf den Weg zu einer<br \/>\nersten Pirsch im Auto. Was wir sehen und erleben \u00fcbertrifft alle<br \/>\nErwartungen. Abgesehen von der wundersch\u00f6nen Landschaft<br \/>\nentlang des allerdings nunmehr trockenen Tarangire Flusstals sehen<br \/>\nwir hunderte von Elefanten, Giraffen, Gnus, Zebras und Antilopen<br \/>\nsich in der nachmitt\u00e4glichen Sonne erw\u00e4rmen und futtern. Immer<br \/>\nwieder treffen wir gro\u00dfe Gruppen von Wildtieren in ihrer<br \/>\nnat\u00fcrlichen Umgebung, nur wenige Fahrzeuge st\u00f6ren die Idylle<br \/>\ndieser Symbiose der verschiedenen Rassen die hier in ihrem<br \/>\nnat\u00fcrlichen Umfeld leben. Das tief eingeschnittene Flusstal, weite<br \/>\noffene<br \/>\nFl\u00e4chen,<br \/>\ndichter<br \/>\nBusch und<br \/>\nSavanne<br \/>\npr\u00e4gen das<br \/>\nBild dieses<br \/>\nParks, der<br \/>\nmit zu dem<br \/>\nSystem der<br \/>\nSerengeti<br \/>\ngeh\u00f6rt und<br \/>\nebenso wie<br \/>\ndort die j\u00e4hrlichen Wanderungen der gro\u00dfen Herden von Gnus oder<br \/>\nZebras aufnimmt.<br \/>\n37<br \/>\nBei Anbruch<br \/>\nder<br \/>\nD\u00e4mmerung<br \/>\nkehren wir<br \/>\nzu unserem<br \/>\nZeltplatz<br \/>\nzur\u00fcck,<br \/>\nbauen unser<br \/>\nZelt auf,<br \/>\nwobei wir<br \/>\nvon einem<br \/>\nWildh\u00fcter<br \/>\nund einem<br \/>\nSicherheitsbeamten vorz\u00fcglich beh\u00fctet werden. Gesa kocht eine<br \/>\nherrliche Erbsensuppe mit Salami Einlage und fuer den Abend<br \/>\nhaben wir auch noch gen\u00fcgend Wein. Bald ziehen wir uns in unsere<br \/>\nwarmen Schlafs\u00e4cke zur\u00fcck, nachts werden allerdings unsere<br \/>\nBewacher munter, eine offenbar gro\u00dfe Schlange (?) gilt es zu<br \/>\nvertreiben, die sich dann aber in die Dusche zur\u00fcck gezogen hat<br \/>\nund von dort aus sicherer Entfernung von unseren beiden<br \/>\nBesch\u00fctzern mit Steinw\u00fcrfen vertrieben wird.<br \/>\n07.09.<br \/>\nFrueh stehen wir auf und w\u00e4hrend wir noch fruehstuecken rast eine<br \/>\nriesige Herde von ein paar hundert Gnus sozusagen direkt an<br \/>\nunserem Fruehstueckstisch vorbei. Wo man hin schaut, \u00fcberall<br \/>\nGnus und alle ziehen in der gleiche Richtung. Wir k\u00f6nnen uns gar<br \/>\nnicht satt sehen an diesem herrlichen Anblick. Aber dann m\u00fcssen<br \/>\nwir auch los, wir kurven noch 2 Stunden durch den Park, bevor wir<br \/>\nuns auf die heutige Tagesetappe nach Dodoma aufmachen. Wir<br \/>\nfinden noch eine Antilope, die wir noch nie gesehen haben und<br \/>\nfinden die Auskunft, dass es sich nach unseren Beschreibungen um<br \/>\neinen Buschbock handele, unbefriedigend. Wir haben schon viele<br \/>\nBuschb\u00f6cke gesehen, aber dieser passt nicht in unser Bild und auch<br \/>\ndas Studium der B\u00fccher zu Hause hat keine eindeutige<br \/>\n38<br \/>\nIdentifikation dieser kleinen Antilope gebracht. Vielleicht finden<br \/>\nwir sie noch in irgendeinem der neueren B\u00fccher.<br \/>\nAm Parkausgang erkundigen wir uns noch nach dem<br \/>\nStra\u00dfenzustand nach Dodoma, der Hauptstadt Tansanias (nicht Dar<br \/>\nes Salam), und bekommen \u00fcberall recht negative Beschreibungen<br \/>\nder Route. Wir wollen es trotzdem wagen. Zun\u00e4chst fahren wir<br \/>\nnoch ein paar Kilometer Asphalt, dann kommen etwa 50 km<br \/>\nBaustelle durch tiefen staubigen Sand und trockenen Schotter, dann<br \/>\ngeht es hoch in die Berge, die Strasse wird nur noch ein Pfad und<br \/>\nwir haben ca. 270 km auf dieser Art Wege vor uns. Landschaftlich<br \/>\nwundervoll: Wir \u00fcberqueren 2 P\u00e4sse mit bis zu 1700 m H\u00f6he,<br \/>\ndanach wieder fruchtbare T\u00e4ler mit weidenden Viehherden und<br \/>\nrichtig gr\u00fcnen Fl\u00e4chen. Auf einem der P\u00e4sse bietet eine \u00e4ltere Frau<br \/>\nheimisches Gem\u00fcse und Obst an, wir kaufen satt Tomaten,<br \/>\nBananen und Zwiebeln und m\u00fcssen daf\u00fcr schlie\u00dflich ca. 0.6 Euro<br \/>\nbezahlen. Gelegentlich kommt uns ein Bus oder LKW entgegen,<br \/>\ndann muss einer in den Busch, was meistens wir sind, denn die<br \/>\nanderen sind groesstenteils schwerer und schneller als wir. Auf<br \/>\neinem der einsamen Gipfel begegnen wir zwei M\u00e4nnern, die mit<br \/>\nPfeil und Bogen wahrscheinlich auf Jagd sind. Des Weiteren finden<br \/>\nwir einen Trupp junger M\u00e4nner und Frauen, alle gleich mit roten TShirts<br \/>\nbekleidet, die im Gleichschritt laufend, Parolen singend und<br \/>\nHolzgewehre schwingend in der br\u00fctenden Mittagshitze durch die<br \/>\n39<br \/>\nBerge hetzen. Wir haben kein gutes Gef\u00fchl dabei, schlie\u00dflich<br \/>\njedoch geht der Trupp ein wenig zur Seite, so dass wir vorbeifahren<br \/>\nk\u00f6nnen. Wir nehmen an, dass diese Truppe eine paramilit\u00e4rische<br \/>\nEinheit ist, die hier oben in den Bergen ausgebildet wird. Nach 8<br \/>\nStunden haben wir 250 km geschafft,<br \/>\n2o km vor Dodoma beginnt wieder eine riesige Baustelle, wir<br \/>\nbemerken, dass es die gleiche chinesische Firma \u201eSinohydro\u201c ist,<br \/>\ndie wir in allen befahrenen L\u00e4ndern Gro\u00dfprojekte bauen gesehen<br \/>\nhaben, au\u00dferdem hat diese Company unsere neuen Flugh\u00e4fen in<br \/>\nFrancistown und Gaberone errichtet. Das ganze s\u00fcdliche Afrika<br \/>\nscheint von diesem Bauriesen infiltriert zu sein, wir sind nicht sehr<br \/>\ngl\u00fccklich dar\u00fcber.<br \/>\nIn Dodoma wird es bereits dunkel und wir finden relativ rasch das<br \/>\nCCT (Christian Council of Tansania) und mieten uns dort fuer sehr<br \/>\nwenig Geld ein. 4 Zimmer stehen uns zur Verf\u00fcgung: K\u00fcche,<br \/>\nWohnzimmer, Schlafzimmer und Bad. Bis auf den bunten<br \/>\nFernseher im Wohnzimmer funktioniert allerdings nichts. Klein<br \/>\nWasser, kein Herd, das gro\u00dfe Doppelbett hat eine Kuhle in der<br \/>\nMitte und nachts jaulen die Katzen und die Muezzin von den<br \/>\nMinaretten. Wir wollen nicht unsere ganzen Klamotten auspacken<br \/>\nund sind au\u00dferdem hundem\u00fcde. Bei Whimpy bekommen wir etwas<br \/>\nFastfood Bohnen Reis und ein schmackhaftes Rindergoulasch auf<br \/>\ndem Pappteller, jedoch finden wir nirgendwo Bestecke. Einen<br \/>\nL\u00f6ffel treiben wir auf, den kriegt Gesa, ich esse gem\u00e4\u00df Landessitte,<br \/>\nmit den Fingern.<br \/>\nDie Nacht ist kurzweilig durch die vielen Unterbrechungen, wir<br \/>\nschlafen trotzdem einigerma\u00dfen.<br \/>\n08.09.<br \/>\nStatt um 7.00 h bekommen wir um 8.15 ein paar Scheiben<br \/>\nWei\u00dfbrot, einen Klacks Margarine und ein wenig Marmelade sowie<br \/>\nein bisschen hei\u00dfes Wasser. Es ist eigentlich alles, was man<br \/>\nbraucht. Ein Professor der Uni setzt sich zu uns er fruehstueckt<br \/>\nauch ein paar Scheiben trocken Brot und Tee und l\u00e4sst sich \u00fcber die<br \/>\nZukunft des Landes aus: Bestechung, Ausbeutung der Armen,<br \/>\n40<br \/>\nmangelndes Gesundheitswesen und unbezahlbare Bildung f\u00fchren<br \/>\ndas Land in das wirtschaftliche und soziale Chaos. Ein<br \/>\nBuergerkrieg ist nicht auszuschlie\u00dfen und die junge Milit\u00e4reinheit,<br \/>\ndie wir in den Bergen gesehen haben, bedeutet wohl eine<br \/>\nRekrutierung fuer die Armee. Nach dem Fruehstueck bemerken<br \/>\nwir erst, dass wir mitten in der Hauptstadt von Tansania sind und<br \/>\num uns herum alle drei gro\u00dfen Kirchen angesiedelt sind. Friedlich<br \/>\nnebeneinander die Anglikaner, die Moslems und die Lutheraner.<br \/>\nAuf der Weiterfahrt, wir wollen wieder nach Iringa, macht sich<br \/>\nunser herabgesetzter Reifendruck, wegen der langen Schotterfahrt,<br \/>\ndurchaus positiv bemerkbar. Die Schlagl\u00f6cher und<br \/>\nStra\u00dfenunebenheiten sind weicher und bequemer fuer uns. Wir<br \/>\nhaben bewusst darauf verzichtet, die n\u00e4here Strecke von nur ca. 250<br \/>\nkm, allerdings wieder auf Schotterstrasse, zu nehmen und wollen<br \/>\ndeswegen wieder \u00fcber Morogoro nach Iringa ( ca. 600 km.).<br \/>\n\u00dcberall gibt es Stra\u00dfensperren, wir finden jedoch uns nur freundlich<br \/>\ngesinnte Polizisten, die sich mehr fuer uns selbst als fuer das Auto<br \/>\nund dessen Sicherheit interessieren.<br \/>\nBunte und fr\u00f6hliche M\u00e4rkte an allen Ecken, wir kaufen noch ein<br \/>\nwenig Bier und Redds (ein Cidre) ein, und kommen 14.00 h in<br \/>\n41<br \/>\nIringa an. Die Strecke haben wir in 2 Teile aufgeteilt. Wir suchen<br \/>\nein anderes Quartier als letzte Woche und finden in \u201eArines\u201c ein<br \/>\nausgesprochen g\u00fcnstiges Quartier, sauber und gro\u00df, jedoch wenig<br \/>\nWasser, fuer umgerechnet 10. -Euro inklusiv Fruehstueck fuer uns<br \/>\nbeide zusammen. Wir vergammeln den Rest des Tages mit Haare<br \/>\nWaschen, Schreiben, Tee Trinken usw. und haben fuer 19.00h ein<br \/>\nH\u00fchnchengericht mit Salat bestellt. Auch wieder einmal<br \/>\nStromsperre, aber rechtzeitig geht das Licht wieder an. Bald danach<br \/>\nliegen wir bereits in Morpheus\u2019 Armen.<br \/>\n09.09<br \/>\nAuf dem Weg nach Morogoro m\u00fcssen wir wieder durch das<br \/>\n\u201eMikumi Game Reserve\u201c und sehen wieder allerhand Wildgetier,<br \/>\neinschlie\u00dflich Elefanten und Giraffen. Auf der Piste wieder jede<br \/>\nMenge verr\u00fcckter Bus- und LKW- Fahrer, alleine auf den 319 km<br \/>\nerleben wir drei frische Unf\u00e4lle.<br \/>\nZum Ende der Tagesetappe ein Pass, der uns in k\u00fcrzester Zeit von<br \/>\n700 m auf 1600 m H\u00f6he krabbeln l\u00e4sst. Eine tolle Passfahrt, mir<br \/>\nmacht das ja immer viel Spa\u00df, Gesa wohl weniger. Unser<br \/>\nCampingplatz liegt zwar 15 km vor Iringa, wir m\u00fcssen jedoch noch<br \/>\nin die Stadt, um ein wenig einzukaufen und Geld zu ziehen. Wir<br \/>\n42<br \/>\nfahren zur\u00fcck auf denselben Platz wie letzte Woche und beginnen<br \/>\nmit einer Generalreinigung des Autos, das unter der langen<br \/>\nSandstrecke doch arg gelitten hat. Abends kocht Gesa Spaghetti<br \/>\nBolognaise mit Corned Beef und da es immer noch recht frueh<br \/>\ndunkel und auch k\u00fchl wird, sind wir schon gegen 20.00h im<br \/>\nBettchen.<br \/>\n10.09.<br \/>\nNach ausgiebigem Fruehstueck wird die Aktion \u201esauberes Auto\u201c<br \/>\nfortgesetzt, Als ich zum Eingang gehe, um zu bezahlen, glaube<br \/>\neiner optischen T\u00e4uschung verfallen zu sein: Vor mit steht ein<br \/>\nCampingauto aus Celle! Tats\u00e4chlich, ein Lehrerehepaar, sie<br \/>\nHehlentorschule und er Berufschule, machen Sabbatjahr und<br \/>\nbereisen in ihrem umgebauten Toyota Landcruiser fuer viele<br \/>\nMonate die L\u00e4nder des s\u00fcdliche Afrikas. Nat\u00fcrlich finden wir<br \/>\ngemeinsame Bekannte aus Celle, so z.B. auch Karsten Moritz und<br \/>\nKlaus Deckwirth, die uns hier im letzten Jahr besuchten. Wir haben<br \/>\nnat\u00fcrlich sehr interessante Gespr\u00e4che und da wir abends nicht<br \/>\nkochen m\u00f6gen, essen wir im Restaurant vom Buffet gut und satt.<br \/>\n11.09.<br \/>\n43<br \/>\nNach ausgiebigem Fruehstueck verabschieden wir uns von den<br \/>\nCellern. Die Fahrt \u00fcber Iringa zeigt uns immer wieder diese<br \/>\nflei\u00dfigen Menschen, M\u00e4nnlein wie auch Weiblein, die mit<br \/>\nschweren Lasten auf dem Kopf oder auf dem Fahrrad ihren kargen<br \/>\nLebensunterhalt verdienen. Wie gut haben es doch da unsere Leute<br \/>\naus Botswana! Wieder geht es \u00fcber tolle P\u00e4sse und T\u00e4ler mit vielen<br \/>\nverunfallten Autos, durch Sumpflandschaften, \u00e4hnlich dem<br \/>\nOkavango Delta, bis wir nach ca. 400 km in Mbeya, 100 km<br \/>\nsowohl von der malawischen als auch von der sambischen Grenze<br \/>\nentfernt. Im etwas heruntergekommenen \u201eMbeya Park Hotel\u201c<br \/>\nfinden wir Unterkunft, m\u00fcssen aber ca. 1 Stunde warten, bis das<br \/>\nWasser angestellt ist und wir ein wenig duschen k\u00f6nnen. Der<br \/>\nAusblick aus unserem Zimmer ist auch nicht gerade aufmunternd,<br \/>\naber laut unserem F\u00fchrer gibt es nur noch ein 5-Sterne Hotel, das<br \/>\nnicht unserem Budget entspricht.<br \/>\n44<br \/>\nDa<br \/>\nunsere Beleuchtung fuer das Zelt kaputt gegangen ist, versuche ich<br \/>\nvergeblich eine 12 Volt Birne zu bekommen. Ich schaue mir die<br \/>\nStadt ein wenig an, und finde ein Eckrestaurant, das ganz vertrauen<br \/>\nerweckend aussieht, hier werden wir wohl heute zu Abend speisen.<br \/>\nDas tun wir dann auch, ganz tansanisch, aber ich glaube, das war<br \/>\ndas schlechteste Essen unserer ganzen Reise, kein Wein, kein Bier,<br \/>\ndreckiger Tisch drau\u00dfen. O.K. auch das muss man einmal<br \/>\nmitgemacht haben. Schlafen k\u00f6nnen wir in unserem Hotel<br \/>\nallerdings gut bis uns die Katzen auf den D\u00e4chern und die H\u00e4hne<br \/>\nwecken.<br \/>\n12.09<br \/>\nDas Fruehstueck im Hotel ist ordentlich, bei der Herfahrt hatte ich<br \/>\neine Tankstelle gesehen, die uns \u00d6lwechsel anbot. Hierher fahren<br \/>\nwir erstmal und dann kommen ein paar Jungens, sie haben sogar ein<br \/>\nbisschen Werkzeug dabei, und f\u00fchren einen \u00d6lwechsel und<br \/>\nAbschmierdienst durch. Wegen der vielen Sandstrecken ist unser<br \/>\n\u00d6l schwarz wie die Nacht und wir sind froh, diesen Dienst in<br \/>\nAnspruch genommen zu haben. Die Jungens fangen sogar einen<br \/>\nTeil des Alt\u00f6ls auf, was sie damit machen wei\u00df ich nicht, und dann<br \/>\nist alles fertig, nur das Auto will nicht mehr anspringen! Uns sackt<br \/>\n45<br \/>\ndas Herz in die Hose, was kann das nur sein? Haben die Jungens da<br \/>\nirgendetwas kaputt gemacht? Nach unendlich vielen Versuchen<br \/>\nschlie\u00dflich springt unser Landy wieder an, l\u00e4uft ruhig und wir<br \/>\nk\u00f6nnen losfahren. Ich kann mir die Geschichte nur so vorstellen,<br \/>\ndass die Jungens ja die \u00d6lfilter gereinigt hatten, sie aber vor dem<br \/>\nEinsetzen nicht mit \u00d6l gef\u00fcllt hatten, sodass an den Motor eine<br \/>\nMeldung kam: \u201eNicht anspringen, \u00d6lfilter arbeiten nicht.\u201c Bis diese<br \/>\ndann voll waren hatte wohl eine Weile gedauert. Na ja, alles ist<br \/>\nwieder gut, wir kaufen noch ein paar Eier, Brot, Margarine und<br \/>\nTomaten, bis wir an die malawische Grenze fahren. Hier wieder<br \/>\nkomplikationslose aber teure Abfertigung, Wir fahren noch 2 \u00bd<br \/>\nStunden am See entlang, genie\u00dfen immer wieder den Ausblick auf<br \/>\ndas blaue Meer und den wei\u00dfen Strand, bis wir in Chilumba an<br \/>\nunser Camp kommen, direkt am wei\u00dfen Strand mit Palmen und<br \/>\nbrausenden Wellen. Wir k\u00f6nnen unser Gl\u00fcck kaum fassen und<br \/>\nbeschlie\u00dfen sofort, einen weiteren Tag hier zu bleiben. Der<br \/>\nZeltplatz wird vorwiegend von \u201eOverlandern\u201c frequentiert, das sind<br \/>\ndiese riesigen Busse womit vorwiegend junge Leute relativ billig in<br \/>\nder Welt herumd\u00fcsen k\u00f6nnen. Sie m\u00fcssen ihre Zelte selber<br \/>\naufbauen und auch beim Kochen mithelfen. Wir haben jetzt<br \/>\njedenfalls alles, was wir brauchen: Eine Bar, Restaurant, Duschen,<br \/>\nwei\u00dfen Strand, Meer, Palmen und haufenweise nette Leute um uns<br \/>\nherum. Auf der einen Seite haben wir ein deutsches P\u00e4rchen, das<br \/>\nganz mit dem Auto von Hamburg aus gekommen ist, beides<br \/>\nIngenieure, die ihres Jobs leid sind und fuer ein Jahr Auszeit<br \/>\ngenommen haben. Sie haben einen VW Bus, der allerdings schon<br \/>\nschwere Probleme gemacht hatte. Auf der anderen Seite ein sehr<br \/>\nnettes englisches Paar etwa in unserem Alter, auch die waren von<br \/>\nEngland in ihrem selbst umgebauten Bedford Truck ganz von<br \/>\nEngland hierher gefahren. Drau\u00dfen an der Strandbar genie\u00dfen wir<br \/>\neinen D\u00e4mmerschoppen, dann kocht Gesa Spaghetti Bolognaise<br \/>\nund wir kl\u00f6nen noch lange mit den Engl\u00e4ndern. Wir haben ein<br \/>\nzauberhaft sch\u00f6nes Pl\u00e4tzchen erwischt, hinter uns ragen die Berge<br \/>\nhoch in den blauen Himmel, und es ist einfach alles sch\u00f6n!<br \/>\n46<br \/>\n47<br \/>\n13.09.<br \/>\nDer Morgen f\u00e4ngt erstmal an mit Schwimmen, wie in der Nordsee,<br \/>\njedoch mit Suesswasser aber richtiger Duehnung und Wellen. Wir<br \/>\nvergammeln den Tag mit Bier, einem Bar Snack und dann<br \/>\nausgedehnter Mittagsruhe. Zwischendurch immer wieder ein wenig<br \/>\nSchwimmen. Einige Overlaender kommen an und abends kocht<br \/>\nGesa Nudeln mit Thunfisch und Tomaten. Bei verschiedenen<br \/>\nWeinen setzen wir uns abends am Strand unter eine der strohgedeckten<br \/>\nUnterst\u00e4nde und genie\u00dfen den Sonnenuntergang und<br \/>\nanschlie\u00dfend den Vollmondaufgang. Eddie, der holl\u00e4ndische<br \/>\nManager, gesellt sich zu uns und wir kl\u00f6nen lange. Er hat dieses<br \/>\nziemlich heruntergekommene Camp erst vor relativ kurzer Zeit<br \/>\n\u00fcbernommen und baut es jetzt wieder auf. Er kann auf eine sch\u00f6ne<br \/>\nZahl von ca. 1000 G\u00e4sten pro Monat zur\u00fcckblicken und ist sehr<br \/>\nfroh, dass es anf\u00e4ngt, auch ein wenig Geld ab zu werfen.<br \/>\nDie in den Bergen liegende Livingstonia Mission k\u00f6nnen wir leider<br \/>\nnicht besuchen, zum Laufen ist es etwas zu weit.<br \/>\n14.09<br \/>\nSchade, wir m\u00fcssen weiter. Wieder steil hinauf in die Berge und<br \/>\nwieder hinunter, wir steigen von 400m schnell auf 1200m und dann<br \/>\nwieder zur\u00fcck auf Seeniveau. Nach ca. 200 km wieder durch die<br \/>\nBerge \u00fcber Rumphi, das wir ja schon kennen, erreichen wir Mzuzu.<br \/>\nHier wird sich entscheiden, wie unsere Fahrt weiter geht.<br \/>\nBekommen wir kein Diesel, haben wir gerade noch genug, um nach<br \/>\nSambia r\u00fcber zu fahren, ansonsten wollen wir uns noch am Malawi<br \/>\nSee weiter s\u00fcdlich durchschlagen. Von mehreren Seiten hatten wir<br \/>\nbereits geh\u00f6rt, dass es in Malawi kein Diesel gibt, deswegen nimmt<br \/>\nder Touristenstrom auch st\u00e4ndig ab, -nur die gro\u00dfen Overlaender<br \/>\nmit gen\u00fcgend Kapazit\u00e4t zum Tanken (bis zu 8000l) k\u00f6nnen da<br \/>\nexistieren-. An den Tankstellen stehen lange Schlangen und so<br \/>\nreihen auch wir uns zun\u00e4chst einmal ein. Seit Tagen hat es jedoch<br \/>\nkein Diesel gegeben. Ich h\u00f6re mich ein wenig um und finde 2 junge<br \/>\nM\u00e4nner, die bereit sind, mir bis zu 60 l Diesel zu besorgen. Ich<br \/>\n48<br \/>\nbrauche nur 40 und stimme zu. Allerdings muss ich einen enormen<br \/>\nPreis von 4 US$ pro Liter bezahle. Egal, wir k\u00f6nnen unseren Trip,<br \/>\nwie geplant, fortsetzen. Mitten auf der Strasse in der Kolonne wird<br \/>\nder Diesel aus 2 Plastikkanistern in unseren Tank bef\u00f6rdert, das<br \/>\nUmrechnen allerdings, -wir haben nicht mehr gen\u00fcgend US$ -,<br \/>\nmacht Schwierigkeiten Schlie\u00dflich und endlich sind K\u00e4ufer und<br \/>\nVerk\u00e4ufer zufrieden.<br \/>\nWir ziehen noch Geld aus dem Automaten, kaufen bei der \u201eMetro\u201c<br \/>\neinige Sachen ein und gehen wieder auf diem Piste Richtung<br \/>\nNkhata Bay, eine groessere Stadt und Fremdenverkehrszentrum am<br \/>\nSee. Nachmittags geht es dann wieder runter zum See, Eva hat uns<br \/>\nden Zeltplatz am Chintice Inn Hotel empfohlen. Hier hat sie selber<br \/>\nauf ihrer gro\u00dfen mehrmonatigen Afrikatour mit ihrem Partner<br \/>\nDavid fuer ein paar Monate als Campmanagerin ausgeholfen. Das<br \/>\nHotel geh\u00f6rt zur Gruppe der \u201eWilderness Safaris\u201c, einer durchaus<br \/>\ngut renommierten Gesellschaft, sie ist im ganzen s\u00fcdlichen Afrika<br \/>\nzu finden.<br \/>\nDas Hotel und besonders der dahinter liegende Campingplatz bietet<br \/>\nfeinsten wei\u00dfen Sandstrand, der durch glatte Felsbrocken<br \/>\naufgelockert wird. Unter einem gro\u00dfen Mango-Baum lassen wir<br \/>\nuns nieder und genie\u00dfen Sand, Strand und Meer. Das Hotel selber<br \/>\nhat z.Zt. keine G\u00e4ste und hatte es wohl auch nicht im Verlauf der<br \/>\n49<br \/>\nletzten Woche. Ein junges s\u00fcdafrikanisches P\u00e4rchen managed den<br \/>\nLaden und sie haben offensichtlich nicht viel zu tun. Wir aber auch<br \/>\nnicht, tingeln am Strand herum, und genie\u00dfen einfach diese<br \/>\ngrandiose Aussicht. Am Sp\u00e4tnachmittag und Abend kommen<br \/>\nimmer wieder Angestellte des Hotels vorbei, viele von ihnen<br \/>\nerinnern sich noch an Eva und tragen uns sch\u00f6ne Gr\u00fcsse auf. Sie<br \/>\ns\u00e4hen es gerne, wenn Eva wieder auftauchen und als Managerin<br \/>\narbeiten w\u00fcrde. Um die Namen einiger von ihnen nicht zu<br \/>\nvergessen, habe ich sie mir aufgeschrieben: Kingstone, Robert,<br \/>\nJonam und Benson.<br \/>\n50<br \/>\nAuch kommen vom Strand unten Jungens, die uns allerhand<br \/>\nKrimskrams, besonders auch \u201eKunst\u201c verkaufen wollen. Einer<br \/>\ndieser Jungens bietet sich an, uns Morgen frueh frisch gefangenen<br \/>\nFisch zu besorgen. Nach dem Abendbrot sitzen wir noch lange<br \/>\ndrau\u00dfen und genie\u00dfen den Sonnenuntergang. Sobald es dunkel<br \/>\nwird, ziehen die Fischer mit ihren kleinen Holzbooten und einer<br \/>\nKerosinlampe im Heck raus auf Fischfang; Es sind bestimmt 15<br \/>\nkleine Boote, die mit ihren Lichtern auf den Wellen tanzen. Spaeter<br \/>\nh\u00f6ren wir aus weiter Entfernung Trommeln und Singsang sowie<br \/>\nlaute Stimmen. Spaeter erfahren wir, dass die Fischer auf diese<br \/>\nWeise mit den Frauen an Land kommunizieren, ihren Erfolg oder<br \/>\nMisserfolg signalisieren und die an Land Gebliebenen auffordern,<br \/>\nentsprechend der Menge des Fanges Geld bereit zu stellen, um<br \/>\ndiesen zu kaufen.<br \/>\n51<br \/>\nHier kann man sich richtig wohl f\u00fchlen! Nach dem Abendessen<br \/>\ndann geht der Mond auf. Wir sitzen noch lange bei einem Glas<br \/>\nWein und lassen die Geschehnisse des Tages an uns vor\u00fcberziehen.<br \/>\n15.09.<br \/>\nUnser normales Fruehstueck: Brot Marmelade, gelegentlich ein<br \/>\nSpiegelei, Kaffee bzw. Tee. Schon morgens kommt \u201ePatrick\u201c und<br \/>\nbietet sich an, unsere W\u00e4sche zu waschen. Das ist zwar nicht n\u00f6tig,<br \/>\n52<br \/>\naber er soll gerne ein paar Mark verdienen. Er darf das nat\u00fcrlich<br \/>\nnicht an \u201eunserem\u201c- dem hoteleigenen Strand-, sondern muss ein<br \/>\nwenig weiter weg gehen. Am Vormittag kommt einer, der bringt<br \/>\nTomaten und Popo, ein anderer frische Fische, den lokalen bream,<br \/>\neine Karpfenart, die abends ueber dem offenen Feuer gegrillt<br \/>\nwerden. Als Patrick mit der gewaschenen Waesche zurueck kommt,<br \/>\nbekommt er 2 US$ und ist total happy. Sofort l\u00e4uft er los, um fuer<br \/>\nseine Gro\u00dffamilie einen Sack Maismehl daf\u00fcr zu kaufen. Er tr\u00e4gt<br \/>\nsich, wie viele andere jungen M\u00e4nner, mit dem Gedanken, ins<br \/>\nAusland zu gehen, um dort Geld fuer den Erhalt der Familie zu<br \/>\narbeiten. Patrick war schon mal in Botswana und hat wohl auch<br \/>\nnoch freunde dort. Wir geben ihm unsere Adresse. Wollen sehen,<br \/>\nob er irgendwann hier auftaucht. (Wochen nach unserer R\u00fcckkehr<br \/>\nsendet er uns eine E-Mail, in der er sich nochmals herzlich fuer die<br \/>\n2 US$ bedankt, mit denen wir seiner Familie so richtig geholfen<br \/>\nhaben.) Den Tag verbringen wir mit Lesen, Sonnen und Faulenzen,<br \/>\nnehmen zum<br \/>\nMittagessen<br \/>\neinen Snack<br \/>\nund ein Bier<br \/>\nim Restaurant,<br \/>\nsind wieder die<br \/>\neinzigen G\u00e4ste<br \/>\nund machen<br \/>\nPause nach<br \/>\ndieser<br \/>\nanstrengenden<br \/>\nT\u00e4tigkeit.<br \/>\nNachmittags wird ein wenig der Strand erforscht, Kinder fangen<br \/>\nmit Netzen, -gerade erst von der Regierung verteilten<br \/>\nMoskitonetzen-, kleine Fische,<br \/>\ndie sie<br \/>\nwahrscheinlich auch essen werden.<br \/>\nBeim Versuch, den Mondaufgang<br \/>\nzu fotografieren, komme ich<br \/>\ngerade zur\u00fcck zu unserem<br \/>\n53<br \/>\nRuheplatz, als sich eine ziemlich gro\u00dfe Schlange, von ca. 1.50 m<br \/>\nL\u00e4nge, \u00fcber meine Liege schl\u00e4ngelt, um dann unauff\u00e4llig im Gras<br \/>\nzu verschwinden. Wir k\u00f6nnen sie noch eine ganze Weile verfolgen,<br \/>\nbis sie endg\u00fcltig au\u00dfer Sichtweite ist und alle Versuche, sie zu<br \/>\nHause an Hand eine Buches zu identifizieren, sind bisher<br \/>\ngescheitert.<br \/>\n16.9.<br \/>\nWir haben gestern Abend schon das Zelt abgebaut, sind um 6 00h<br \/>\nwach und brechen nach dem Fruehstueck auf. Patrick kommt noch,<br \/>\nsich zu verabschieden und kann noch eine Rolle Kekse abstauben,<br \/>\ndie wir ihm nat\u00fcrlich gerne \u00fcberlassen. Die Fahrt geht \u00fcber 250 km<br \/>\nin s\u00fcdlicher Richtung am See entlang, sie f\u00fchrt uns an der intensiv<br \/>\nzu Fischerei genutzten Chia Lagune entlang, wo gro\u00dfe Baobabs,<br \/>\nLeberwurstb\u00e4ume und gro\u00dfe Baumwollfelder zu sehen sind. Dann<br \/>\ngeht es weiter durch flaches, stark besiedeltes und weitfl\u00e4chig<br \/>\nabgeholztes Gebiet. S\u00fcdlich von Nthokatoka reihen sich sch\u00f6ne<br \/>\nStrandabschnitte, Gummiplantagen, Reisfelder, Urwaldreste und<br \/>\nPinienforste aneinander. Entlang der Strecke verkaufen Kinder<br \/>\nKautschukb\u00e4lle.<br \/>\n54<br \/>\n\u00dcber Salima gelangen wir nach Senga Bay, wiederum auf<br \/>\nEmpfehlung von Eva und dem Reisef\u00fchrer, und finden schlie\u00dflich<br \/>\n\u201eCool Runnings\u201c und seine Besitzerin \u201eSam\u201c, eine kleine aber feine<br \/>\nGartenanlage mit Hotelbetten, Dormitory und Campingplatz. Wir<br \/>\nentschlie\u00dfen uns fuer ein Doppelzimmer ( 28.- US$) und genie\u00dfen<br \/>\nvon der schattigen Terrasse den Ausblick auf das Seeufer und die<br \/>\ngegen\u00fcber liegenden Berge von Mosambik. Sam erinnert sich sehr<br \/>\nwohl an Eva, und diese hatte einen Geheimtipp: Sam ist<br \/>\n\u201eSchokoholic\u201c und wir bringen ihr eine Tafel Schokolade mit, die<br \/>\nuns als \u201eDoor opener\u201c gute Dienste leistet. Ein erfrischendes Bad<br \/>\nbei heftigem Wellengang, ein kleiner Strandspaziergang und<br \/>\nschlie\u00dflich ein gutes Abendbrot auf der Terrasse runden den Tag<br \/>\nrichtig sch\u00f6n ab. Bei einem Strandh\u00e4ndler kaufe ich noch ein paar<br \/>\nAndenken in Form von h\u00f6lzernen Kreuzen und Afrika Silhouetten.<br \/>\nAm Abend telefonieren wir noch mit Froeschl\u2019s in Lusaka, sie<br \/>\nwerden nicht zu Hause, sondern in Botswana sein, wenn wir in<br \/>\nLusaka sind. Trotzdem m\u00fcssen wir nach Lusaka zur botswanischen<br \/>\nBotschaft wegen Gesas verlorenem Reisedokument. Nach dem<br \/>\nSchwimmen Putz- Flick- und Planungsstunde, wir er\u00f6rtern, wie<br \/>\nunsere Tour nun weitergehen soll; die Route geht auf der grossen<br \/>\nHauptstrasse direkt nach Lusaka, die Tour allerdings werden wir<br \/>\nnicht an einem Tag fahren, sondern nach der Haelfte unterbrechen.<br \/>\nFuer 19.30 haben wir Abendbrot bestellt, werden auch rechtzeitig<br \/>\ngerufen, Unser Essen ist fertig: Gesas Fisch und mein H\u00fchnchen,<br \/>\nalles schmackhaft zubereitet. Auf der Terrasse genie\u00dfen wir<br \/>\nwiederum den Mondaufgang \u00fcber dem See und gehen zufrieden<br \/>\nschlafen.<br \/>\n17.09<br \/>\nNach unspektakul\u00e4rer Fahrt durch landschaftlich sehr<br \/>\nabwechslungsreiche Gebiete, in der Hauptstadt Lilongwe kaufen<br \/>\nwir noch ein paar Sandaletten fuer Gesa und eine Elektroleuchte<br \/>\nfuer das Auto, landen wir an dem Grenzst\u00e4dtchen Chipata auf der<br \/>\nsambischen Seite. Die Grenzformalit\u00e4ten sind langsam und teuer,<br \/>\nweil man uns mit einem deutschen Pass nicht abnehmen will, dass<br \/>\n55<br \/>\nwir \u201eResidents\u201c von Botswana sind. Als SADEC Mitgliedern<br \/>\nh\u00e4tten wir sonst nur die H\u00e4lfte bezahlen m\u00fcssen. Au\u00dferdem fordern<br \/>\nsie unn\u00f6tiger weise auch eine Bescheinigung \u00fcber Gelbfieber<br \/>\nImpfung, die wir nat\u00fcrlich dabei haben aber gar nicht bebraucht<br \/>\nh\u00e4tten, da wir nicht aus einem Gelbfieber verseuchten Gebiet<br \/>\nkommen. Na ja, so sind Grenzer manchmal komisch, wenn sie<br \/>\nhoffen ein par Mark extra verdienen zu k\u00f6nnen. Aber nicht mit uns!<br \/>\nEin paar Kilometer au\u00dferhalb von Chipata liegt das Camp \u201eMama<br \/>\nRule\u201c mit Zeltlatz auf relativ gr\u00fcnem Rasen. Gesa geht es heute<br \/>\nnicht gut, sie hat irgendwelche Magenbeschwerden und legt sich<br \/>\ngleich im Auto ins Bettchen. Neben uns parkt in einem zum<br \/>\nOverlaender selbst umgebauten MAN-LKW Ellen. Ellen ist<br \/>\ntypische Berlinerin mit \u201eKodderschnauze\u201c, etwa in unserem Alter,<br \/>\nhat 44 Jahre lang offenbar selbst\u00e4ndig einen Taxibetrieb in Berlin<br \/>\ngehabt und ist selber gefahren und genie\u00dft nun ihren Ruhenstand in<br \/>\nihrem Wohnauto mit dem sie monatelang durch das s\u00fcdliche Afrika<br \/>\ntingelt. Sie ist wirklich ein originelles Original. Hinter uns liegt<br \/>\nnoch ein P\u00e4rchen aus HH, die auch mit dem Wohnmobil, in<br \/>\nWindhoek gemietet, unsere Gegend bereisen. Nach dem Abendbrot,<br \/>\nich hatte Risotto mit Bratwurst gemacht, Gesa allerdings<br \/>\nverzichtete grosszuegig auf das Nachtmahl, repariere ich noch<br \/>\nunsere neue Lampe und wir kl\u00f6nen mit den Zeltnachbarn noch eine<br \/>\ngute Weile bei einer Flasche Wein. Ziemlich sp\u00e4t am Abend kommt<br \/>\nnoch eine gro\u00dfe Gruppe von vorwiegend jungen Leute im<br \/>\nOverlaender an, sie kochen und braten und bringen uns dann noch<br \/>\ndie \u00dcberreste ihres guten Essens, die beiden anderen nehmen<br \/>\ndankend an, ich kann leider nicht mehr essen, mir hat mein Risotto<br \/>\ngut geschmeckt.<br \/>\n18.09.<br \/>\nGanz langsam stehen wir auf, Gesa geht es wieder besser,<br \/>\nfruehstuecken in aller Ruhe und fahren zun\u00e4chst einmal zur\u00fcck<br \/>\nnach Chipata, und wollen dort ein wenig einkaufen. Ich brauche ein<br \/>\nneue kurze Hose, die alte ist zu verschlissen und dreckig, wir finden<br \/>\njedoch keine, tanken, besorgen uns Geld und dann geht es ungef\u00e4hr<br \/>\n56<br \/>\n110 km auf Sandstrasse durch Gebirge und W\u00e4lder in den South<br \/>\nLuangwa Nationalpark. Dieser z\u00e4hlt zu den gro\u00dfartigsten<br \/>\nNationalparks Afrikas und ist ein Muss fuer alle Sambiareisenden.<br \/>\nMit 9050 Quadratkilometern erstreckt der Park sich zwischen dem<br \/>\n1100 m hohen Muchinga Escarpment und dem 600 m tiefer<br \/>\ngelegenen Luangwa Fluss. Die park\u00e4hnliche Weitl\u00e4ufigkeit entlang<br \/>\ndes Luangwa erm\u00f6glicht hervorragende Tierbeobachtungen. An<br \/>\nden Sandb\u00e4nken des tr\u00e4gen Flusses sonnen sich Hippos und<br \/>\nKrokodile, auf den saftigen \u00dcberflutungsmarschen grasen in aller<br \/>\nRuhe Pukus und Impalas. Trotz der sandigen Piste sind wir schon<br \/>\nam Nachmittag an unserem Ziel, dem \u201eTrack and Trail River<br \/>\nCamp\u201c au\u00dferhalb der Parkgrenzen. Ein wundersch\u00f6ner gepflegter<br \/>\nCampingplatz empf\u00e4ngt uns, kalte und warme Duschen, Bar,<br \/>\nRestaurant und bequeme Liegest\u00fchle direkt am Ufer des Luangwa,<br \/>\nwo man am Abend seinen \u201eSundowner\u201c genie\u00dfen kann. Pascal, ein<br \/>\njunger holl\u00e4ndischer Voluntaer weist uns ein und bei ihm buchen<br \/>\nwir fuer morgen einen ganzt\u00e4gigen Game Drive. Zwar sehr teuer,<br \/>\naber ich m\u00f6chte auch einmal nicht fahren m\u00fcssen, und mich mehr<br \/>\nder Beobachtung und der Fotografie widmen.<br \/>\nBeim Nachmittagstee klaut uns eins dieser gerissenen \u00c4ffchen<br \/>\nunsere letzte Rolle Kekse und verschwindet damit auf<br \/>\nNimmerwiedersehen in den hohen B\u00e4umen. Mit Peter, dem<br \/>\nholl\u00e4ndischen Besitzer des Camps und Pascal sitzen wir nach dem<br \/>\nAbendbrot noch lange drau\u00dfen und tauschen Erfahrungen aus.<br \/>\n19.09.<br \/>\nUm 7.00h holt Saida uns mit dem offenen Gel\u00e4ndewagen ab, und<br \/>\ndann beginnt eine Pirschfahrt, wie wir sie eigentlich noch nicht<br \/>\nerlebt haben. Unser schwarzer F\u00fchrer wei\u00df Alles, was Pflanzen<br \/>\nTiere und V\u00f6gel angeht und gibt sein Wissen, als er merkt, dass wir<br \/>\nuns auch daf\u00fcr interessieren, gerne an uns weiter. So sind wir den<br \/>\nganzen Tag unterwegs, unterbrochen von verschiedenen Mahlzeiten<br \/>\nund Getr\u00e4nkepausen. Gleich zu Anfang finden wir ein Rudel von 8<br \/>\nL\u00f6wen, die faul in der Sonne liegen und offensichtlich verdauen.<br \/>\nUm den Rest ihrer Mahlzeit k\u00fcmmern sich bestimmt 20 Geier, und<br \/>\n57<br \/>\nMarabus, wobei wir zum ersten Mal beobachten k\u00f6nnen, wie ein<br \/>\nMarabu, er hat nicht die k\u00f6rperlichen M\u00f6glichkeiten ein St\u00fcck<br \/>\nFleisch aus dem Kadaver herauszurei\u00dfen, es einem Geier abjagt.<br \/>\nDie braunen Hy\u00e4ne hat bereits ihren Anteil gehabt und liegt faul<br \/>\nund im Schatten unter einem Busch.<br \/>\n58<br \/>\nNat\u00fcrlich sehen<br \/>\nwir noch viele<br \/>\nandere<br \/>\nafrikanischen<br \/>\nWildtiere, ich<br \/>\nm\u00f6chte sagen, wir<br \/>\nhaben die gesamte<br \/>\nPalette der gro\u00dfen<br \/>\nS\u00e4ugetiere<br \/>\ngesehen. Besonders aufregend jedoch<br \/>\nist eine gro\u00dfe B\u00fcffelherde<br \/>\nvon ca. 1000 St\u00fcck, die<br \/>\ndurch den teilweise recht<br \/>\nkargen Busch ziehen. Da sie offensichtlich runter zum Fluss zum<br \/>\nTrinken ziehen wollen, fahren wir mit unserem Auto dort hin und<br \/>\nwarten eine Weile. Tats\u00e4chlich: Die ersten Tiere erscheinen, sichern<br \/>\ndie Gegend ab, und dann kommt die ganze Herde in geordneten<br \/>\nReihen das Steilufer herab und trinkt. Riesige Krokodile lauern auf<br \/>\neiner dicht gelegenen Sandbank auf eine leichte Beute in Form eine<br \/>\njungen B\u00fcffels, doch immer ist die Trinkstelle halbkreisf\u00f6rmig<br \/>\ndurch gro\u00dfe und starke Tiere abgesichert. Sobald die ersten mit<br \/>\ndem Trinken fertig sind, ziehen sie sich zur\u00fcck und machen Platz<br \/>\nfuer die Nachk\u00f6mmlinge. Eine solche Disziplin m\u00f6chte ich im<br \/>\nmenschlichen Verhalten gerne auch mal sehen.<br \/>\nOffenbar haben sich diese \u00dcberlebensinstinkte vererbt, denn nur so<br \/>\nkann eine solche Menge von gro\u00dfen S\u00e4ugetieren weiter existieren.<br \/>\n59<br \/>\nEs ist bereits dunkel, als wir in das Lager zur\u00fcckkehren, und wir<br \/>\nk\u00f6nnen gerade noch sehen, wie das Fahrzeug unserer Berlinerin<br \/>\nEllen zum Zeltplatz neben dem unseren einbiegt. Wir brauchen<br \/>\nwirklich keine weitere Kommunikation zu dieser etwas schrulligen<br \/>\nTante. Zum Abendessen nehmen wir die Reste unseres Picknicks<br \/>\nein, es ist immer noch genug fuer uns, und gehen dann schlafen.<br \/>\nNachts bekommen wir sehr hautnahen Kontakt mit Elefanten, die<br \/>\ndicht an unser Zelt herankommen.<br \/>\n20.09.<br \/>\nHeute ist Wahl in Lusaka und um nicht in irgendwelche<br \/>\nScharm\u00fctzel einbezogen zu werden, bleiben wir einen Tag l\u00e4nger<br \/>\nals geplant hier. Beim Fruehstueck m\u00fcssen wir alles in Sicherheit<br \/>\nbringen, da die klugen Affen es schon wieder auf unsere<br \/>\nNahrungsmittel abgesehen haben. Der Tag wird sehr faul, wir<br \/>\nbeobachten voller Staunen einen mittelalterlichen Mann, der samt<br \/>\nFamilie und Elterngeneration mit Landrover und Wohnmobil<br \/>\ngestern abends ankamen. Er hat offenbar nichts Besseres zu tun, als<br \/>\nden ganzen Tag W\u00e4sche zu waschen und diese aufzuh\u00e4ngen. Die<br \/>\nFrau k\u00fcmmert sich ein wenig um die 4 Kinder, h\u00e4ngt aber<br \/>\n60<br \/>\nansonsten stundenlang am Telefon. Wir k\u00f6nnen dieses Verhalten<br \/>\nnur schwer nachvollziehen.<br \/>\nAm Landrover war mir eine Asymmetrie in den Gest\u00e4ngen der<br \/>\nVorderradaufh\u00e4ngung aufgefallen. Da der \u201eWaschmann\u201c das selbe<br \/>\nModell f\u00e4hrt, erkundige ich mich nach dieser \u201eAnomalit\u00e4t\u201c, sie<br \/>\nscheint aber normal zu sein, denn sein Auto sieht vorne genau so<br \/>\naus.<br \/>\nDer Tag wird gefaulenzt. Vor dem Abendessen im Restaurant<br \/>\nsetzen wir uns in bequeme Liegest\u00fchle am Flussufer und<br \/>\nbeobachten bei einem \u201eSundowner\u201c(Wasser, O\u2019saft und Canesprit)<br \/>\nElefanten, Hippos und Krokodile in der Abendsonne. Leider geht<br \/>\ndie Sonne hinter uns unter, so m\u00fcssen wir auf einen spektakul\u00e4ren<br \/>\nSonnenuntergang versichten. Nach dem Abendbrot lernen wir die<br \/>\nBesitzerin des Camps und ex Frau von Peter kennen. Wir kl\u00f6nen<br \/>\neine ganze Weile miteinander. Eigentlich sollte heute ein weiterer<br \/>\nneuer Voluntaer aus Holland ankommen, der hat jedoch den Flieger<br \/>\nin Johannesburg verpasst und muss nun morgen via Lusaka und<br \/>\nMfuwe sich durchzuschlagen versuchen. Wir liegen am Abend<br \/>\nnoch relativ lange auf unseren Liegen unter freiem Himmel und<br \/>\nbeobachten Mond und Sterne. Nachts kommt eine Elefantenkuh mit<br \/>\n2 Babys ganz dicht an unser Zelt, sch\u00e4tzt mit dem R\u00fcssel ab, ob sie<br \/>\nzwischen unseren St\u00fchlen und der M\u00fclltonne durchkommt und<br \/>\nspaziert dann langsam, Gesa intensiv anschauend, ca. 1,5 m an<br \/>\nunseren Betten im Auto vorbei. Ich schlafe!<br \/>\n21.09<br \/>\nEs geht wieder weiter. Leider m\u00fcssen wir auf der Schotterstrasse<br \/>\ndie 110 km zur\u00fcck nach Chipata, versuchen dort noch eine kurze<br \/>\nHose zu kaufen, -ohne Erfolg uebrigens-, und bunkern ein wenig<br \/>\nNahrungsmittel . Wir brauchen noch eine Verl\u00e4ngerung unsres TIP<br \/>\n(Temporary Import Permit) fuer unser Auto, das wir, wie man uns<br \/>\nsagte, ohne Probleme an jeder Polizeidienststelle bekommen kann.<br \/>\nDie hiesige Polizei kennt das Formblatt nicht und lehnt die<br \/>\nUnterschrift ab, verweist uns allerdings auf die CID(Crime<br \/>\nInvestigation Department). Dort angekommen ist niemand da!<br \/>\n61<br \/>\nSchlie\u00dflich versuchen wir unseren Stempel bei einer dem ADAC<br \/>\n\u00e4hnlichen Organisation zu bekommen. Der wei\u00df zwar auch nicht,<br \/>\nworum es geht, gibt mir jedoch einen Stempel und ein Datum,<br \/>\nsowie eine Auflage, mich in der Hauptstadt bei der Polizei zu<br \/>\nmelden, was ich aber ganz schnell wieder vergesse.<br \/>\nDann ruhige und unspektakul\u00e4re Fahrt bis Petauke, halbwegs<br \/>\nzwischen dem Park und Lusaka. Hier finden wir einen netten,<br \/>\nsauberen und neuen Campingplatz, auch die Ablution ist neu, und<br \/>\nlernen auch noch die Besitzer des Camps, das gerade noch m\u00e4chtig<br \/>\nausgebaut wird, kennen. Sie sind Sambier, einer der S\u00f6hne will uns<br \/>\nmorgen bei der Suche nach der botswanischen Botschaft in Lusaka<br \/>\nbehilflich sein, denn er ist irgendetwas wie ein Banker und muss<br \/>\n\u00fcbermorgen auch zur\u00fcck nach Lusaka. Ich hatte fertige \u201emeat balls\u201c<br \/>\ngekauft, die wir abends essen wollen. Diese sind jedoch so fett und<br \/>\ngeschmacklos, dass wir nur wenig essen, den Rest k\u00f6nnen morgen<br \/>\ndie Hunde bekommen. Auf unseren Liegen \u201egenie\u00dfen\u201c wir den<br \/>\nRummel in der nicht fern gelegenen Bar, k\u00f6nnen aber trotzdem<br \/>\nspaeter gut schlafen.<br \/>\n22.09.<br \/>\nDer Weg nach Lusaka geht wieder \u00fcber hohe Berge und tiefe T\u00e4ler,<br \/>\nschlie\u00dflich steigen wieder ab in das Tal des Luangwa, den wir \u00fcber<br \/>\neine spektakul\u00e4re Haengbruecke kreuzen. Ein schwer bewaffneter<br \/>\nSoldat bewacht die Br\u00fccke und pr\u00fcft sehr genau unsere Papiere.<br \/>\nAuf der anderen Uferseite bietet sich eine wundersch\u00f6ne<br \/>\nAussichtsplatzform zum rasten und fotografieren an. Kaum sind wir<br \/>\nda, ist auch schon eine Gruppe Kinder vorhanden, die diskret<br \/>\nbetteln. Sie bekommen ein paar \u00c4pfel von uns, die sie schnell in ein<br \/>\n\u201eDepot\u201c unter einem nahe gelegenen Baum bringen. Der Platz<br \/>\nscheint viel besucht zu sein, schon kommt ein Overlaender und die<br \/>\nKinder haben wieder m\u00e4chtig zu tun. Die ausl\u00e4ndischen Touristen<br \/>\nfotografieren die Kinder nat\u00fcrlich flei\u00dfig, was diese sich in Geld<br \/>\noder Nahrungsmitteln bezahlen lassen. Wir f\u00fcrchten, dass sich<br \/>\ndieses Verhalten zu einer Art Lebensphilosophie entwickeln wird.<br \/>\n62<br \/>\nIn Lusaka<br \/>\nfinden Gesa<br \/>\nanhand eines<br \/>\nStadt planes<br \/>\nden<br \/>\nCampingplatz,<br \/>\nden wir uns<br \/>\nausgesucht<br \/>\nhaben,<br \/>\nverlassen den<br \/>\naber wieder<br \/>\nfluchtartig,<br \/>\nnachdem wir gesehen haben, wie es dort aussieht. Weiter zur\u00fcck in<br \/>\ndie Stadt liegt der Platz \u201eEureka\u201c. Lage sehr sch\u00f6n, aber auch sehr<br \/>\nlaut, da der Fernseher ununterbrochen Wahlergebnisse der<br \/>\nPr\u00e4sidentenwahl durchgibt. Es sieht so aus, als ob der Kandidat der<br \/>\nOpposition die Wahl gewinnen wird. Die Menschen scheinen sehr<br \/>\ngl\u00fccklich zu sein, dass nach 3 Jahren Banda Regime nun die<br \/>\nSozialisten, die den kleinen B\u00fcrgern mehr Mitspracherecht und<br \/>\nmehr Einkommen versprechen, an die Macht kommen werden.<br \/>\nGegen 18.00h steht das amtliche Endergebnis fest: Die Opposition<br \/>\nunter Sata gewinnt gegen Banda mit 46% gegen 36%. Nat\u00fcrlich<br \/>\ngro\u00dfer Jubel! Wir essen einen Burger an der Bar und gehen dann<br \/>\nauch bald schlafen.<br \/>\n23.09.<br \/>\nWir h\u00f6ren von anderen, und telefonieren auch mit Mr. Tambo: In<br \/>\nLusaka soll es ruhig sein. Wir wagen also die Fahrt zur<br \/>\nbotswanischen Botschaft im Zentrum von Lusaka, ca. 15 km. Je<br \/>\nn\u00e4her wir der Innenstadt kommen, umso mehr Menschen s\u00e4umen<br \/>\ndie Strassenraender und geben lauthals knueppelschwingend und<br \/>\nfaeusteballend ihrer Freude \u00fcber den Wahlausgang zum Ausdruck.<br \/>\nVor dem Justizministerium hat sich eine Volksmenge von mehreren<br \/>\ntausend Menschen, vorwiegend j\u00fcngeren Leuten versammelt. Wir<br \/>\ngeraten in diese aufgebrachte Menge, einige Jugendliche setzen<br \/>\n63<br \/>\nsich auf unser Auto und fahren mit uns, immer wieder skandierend:<br \/>\n\u201e Wir wollen keine Chinesen, wir wollen Euch!\u201c Die kampfbereit<br \/>\nerhobenen Arme mit geballten F\u00e4usten sind schon bedrohlich, wir<br \/>\nmachen jedoch deren Gebaerden nach und so scheinen wir zu ihnen<br \/>\nzu geh\u00f6ren und uns passiert nichts. Nur wenige Meter entfernt von<br \/>\ndiesem Inferno liegt ganz ruhig die botswanische \u201eHigh<br \/>\nCommision\u201c, hier erfahren wir zu Gesas Beruhigung, dass uns mit<br \/>\nunserer beglaubigten Kopie des \u201eResident Permits\u201c bei der Einreise<br \/>\nnach Botswana keinerlei Schwierigkeiten haben werden.<br \/>\nNach Tanken und Geldwechsel machen wir uns auf zu unserem<br \/>\nheutigen Ziel, dem Lake Kariba, und zwar dessen nord\u00f6stlichste<br \/>\nEcke. Wir finden einen wundersch\u00f6nen Zeltplatz, das \u201eEagles<br \/>\nRest\u201c, direkt auf gr\u00fcnem Rasen am See bei Siavonga. An der<br \/>\nStrasse haben wir zuvor Eier, Brot und Tomaten gekauft, wir<br \/>\nk\u00f6nnen uns also v\u00f6llig selbst versorgen. Weil es hier so sch\u00f6n ist,<br \/>\nbeschlie\u00dfen wir \u00fcber das Wochenende hier zu bleiben und dann die<br \/>\nHeimfahrt nicht durch Simbabwe, sondern weiterhin durch Sambia<br \/>\nnach Livingston am Zambesi und von dort aus mit der F\u00e4hre nach<br \/>\nKazungula in Botswana zu fahren. Da wir nun 3 Tage hier bleiben<br \/>\nwollen, bauen wir zus\u00e4tzlich unser Dachzelt auf, eine verbogene<br \/>\nStange muss ausgebaut und repariert werden, und werden mal<br \/>\nwieder \u201eoben\u201c schlafen. Nach einem Bier bzw. einem GT fuer Gesa<br \/>\nfindet das Abendessen im Restaurant der Anlage statt, nichts<br \/>\nBesonderes aber Preis-Leistungsverh\u00e4ltnis stimmt. Berauschend<br \/>\nsind immer wieder diese Sonnenunterg\u00e4nge in den Tropen und an<br \/>\nden gro\u00dfen Gew\u00e4ssern wie hier.<br \/>\nDer Karibasee, wiederum eine Aufstauung des Zambesi, wurde<br \/>\nnach Jahrzehnte langer Planungsperiode 1956 gebaut und nach<br \/>\nvielen Rueckschlaegen und Unf\u00e4llen konnte der Fluss 1958 gestaut<br \/>\nwerden. 10 000 Arbeiter wurden ben\u00f6tigt und 57 000 Menschen<br \/>\nmussten fuer dieses ehrgeizige Projekt umgesiedelt werden. Mit<br \/>\neiner Oberfl\u00e4che von 5230 Quadratkilometern ist er heute einer der<br \/>\ngroessten Seen Afrikas, etwa 10 mal so gro\u00df wie der Bodensee.<br \/>\nSeine Uferlinie betr\u00e4gt 2000 km.<br \/>\nDie Operation \u201eNoah\u201c, die groessten Tierrettungsaktion der Welt,<br \/>\ndie zwischen 4500 und 6000 Lebewesen vor dem Tode bewahrte,<br \/>\n64<br \/>\nist dem selbstlosen und beherzten Einsatz der Tierfreunde um den<br \/>\nWildh\u00fcter Rupert Fothergill zu verdanken.<br \/>\n24.09.<br \/>\nNur das Rauschen der Wellen weckt uns. Schon vor Sonnenaufgang<br \/>\nstehen wir auf und fruehstuecken ausgiebig, bevor es zu hei\u00df wird,<br \/>\nm\u00f6chte ich einen \u201eSpaziergang nach Siavonga machen, der nach<br \/>\nAuskunft der Hiesigen ca. 3 bis 4 km lang ist. Schlie\u00dflich sind es<br \/>\netwa 8 km, bis ich ziemlich ersch\u00f6pft im Dorf angekommen bin.<br \/>\nIch musste ganz um die Bucht herumlaufen. Durst gequ\u00e4lt steuere<br \/>\nich eine Bar an, in der 2 \u00e4ltere M\u00e4nner sitzen. Nat\u00fcrlich kommen<br \/>\nwir ins Gespr\u00e4ch, insbesondere \u00fcber die gerade gehabten Wahlen<br \/>\nund, und diese beiden M\u00e4nner sind gar nicht gl\u00fccklich \u00fcber den<br \/>\nAusgang. \u201eDie Leute machen immer gro\u00dfe Versprechungen, die<br \/>\nspaeter nie so recht gehalten werden. Ich erfahre, dass einer der<br \/>\nbeiden M\u00e4nner, nicht nur der Besitzer der Bar, sondern auch der<br \/>\nH\u00e4uptling des Dorfes ist. Nachdem ich mich mit 1 Liter Wasser<br \/>\ngest\u00e4rkt habe, wandere ich weiter und finde einen typisch<br \/>\nafrikanischen Markt, wo ich fuer billiges Geld eine neue kurze<br \/>\nHose erwerbe. Nach einer ganzen Weile der hin- und her-Lauferei<br \/>\n65<br \/>\ngebe ich es auf, eine Flasche Wein zu kaufen. Fuer den R\u00fcckweg<br \/>\ng\u00f6nne ich mir ein Taxi und finde Gesa zu Hause sehr aufgeregt,<br \/>\nweil mein \u201eSpaziergang\u201c \u00fcber 3 Stunden gedauert hatte, und sie<br \/>\nsich Sorgen um mich machte. Bei einigen erfrischenden Getr\u00e4nken<br \/>\nund einem Snack am Strand sowie einem erfrischenden Bad im<br \/>\nSee, wobei ich hoffe, dass kein Krokodil sich zu nahe an mich<br \/>\nheranwagt, finden wir unsere Ruhe wieder. Unser Barsnack<br \/>\n\u00fcbrigens besteht aus einer gro\u00dfen Portion frittierter Karpata, die,<br \/>\nwie auch schon am Malawi See, mit gro\u00dfen Netzen aus der Tiefe<br \/>\ngeholt und dann an der Sonne getrocknet werden. Danach ist<br \/>\nausgedehnte Mittagsruhe angesagt.<br \/>\nDen Nachmittag verbringen wir mit Internet Korrespondenz und<br \/>\nFlicken des kaputten Stuhls, dann wird es schon wieder dunkel und<br \/>\nda es Gesas Bauch noch nicht wieder so ganz gut geht, mache ich<br \/>\nmir 2 Burger mit Corned Beef, Tomaten und Majon\u00e4se. Zum<br \/>\nFernsehen des Mondes und der Sterne machen wir uns wieder auf<br \/>\nunseren Liegen bequem und<br \/>\nhaben noch einen kurzen<br \/>\nKl\u00f6nschnack mit unserem<br \/>\nZeltnachbarn, einem<br \/>\nGeologen aus Zimbabwe, der<br \/>\nsogar Gaborone und Mokolodi<br \/>\nkennt. Abends wird es windig<br \/>\nund in der Nacht kommt ein<br \/>\nrichtiger Sturm auf, hohe<br \/>\nWellen mit Schaumkronen<br \/>\nbedecken des See. Immer<br \/>\nwieder wachen wir von dem \u201eKrach\u201c auf, kriegen aber schlie\u00dflich<br \/>\ndoch noch genug Schlaf.<br \/>\n66<br \/>\n25.09<br \/>\nGemuetliches Fruehstueck, anschlie\u00dfend Putz- und Flickstunde, die<br \/>\nelektrischen Ger\u00e4te werden aufgeladen, ein Hippo wagt sich<br \/>\nziemlich dicht an unser Zelt und muss von den G\u00e4rtnern vertrieben<br \/>\nwerden. Weil es so sch\u00f6n und ruhig hier ist, bleiben wir noch einen<br \/>\nTag l\u00e4nger und ruhen richtig aus. Wir liegen nur gemuetlich rum,<br \/>\ntrinken mittags ein Bier bzw. GT, kontrollieren unsere E-Mails, die<br \/>\n\u00fcbrigens gar nicht abgegangen sind, und finden sonst alles im<br \/>\ngr\u00fcnen Bereich. Am sp\u00e4ten Nachmittag mache ich noch einen<br \/>\nRundgang durch das ganze Lager, Gesa kocht ein leckeres<br \/>\nAbendbrot, und wir beschlie\u00dfen, fuer die restlichen Tage unseres<br \/>\nUrlaubs nur noch in Lodges zu n\u00e4chtigen, bisher ist unsere Tour<br \/>\nn\u00e4mlich wirklich im Budget-Bereich geblieben.<br \/>\n26.09.<br \/>\nWir wollen uns diesen gigantische Staumauer ansehen. Die Grenze<br \/>\nzu Zimbabwe teilt den Damm in der Mitte. Da wir nicht nach<br \/>\nZimbabwe wollen, k\u00f6nnen wir unseren Pass und die Autopapiere<br \/>\nam Grenzposten auf sambischer Seite abgeben und dann runter zu<br \/>\nMauer fahren. Es ist schon gewaltig: 617 m breit, 128 m hoch, an<br \/>\nder Basis 26 m oben 13 m breit. Die beiden Kraftwerke an jeder<br \/>\nSeite, Sambia und Zimbabwe versorgen die beiden Anliegerstaaten<br \/>\nausreichend mit Elektrizit\u00e4t.<br \/>\n67<br \/>\nDann geht es weiter: Wir haben, -wie gesagt-, beschlossen auf der<br \/>\nsambischen Seite zu bleiben und treffen in Chirundu auf den so<br \/>\ngenannten \u201eSteinernen Wald\u201c: Hier liegen etwa 500 m abseits von<br \/>\nder Strasse 150Millionen Jahre alte versteinerte B\u00e4ume. Der F\u00fchrer<br \/>\nerkl\u00e4rt genau, wie diese Versteinerungen zu Stande kommen, ganz<br \/>\nhabe ich es jedoch nicht verstanden. Gesa ist beim Auto geblieben,<br \/>\nder Weg w\u00e4re dann doch etwas zu lang gewesen. Gegen 12.30<br \/>\nfahren wir weiter, aber da wir schon<br \/>\ngegen 15.00 h unser<br \/>\nEtappenziel erreicht<br \/>\nhaben, beschlie\u00dfen<br \/>\nwir, noch 200 km<br \/>\nweiter zu fahren und<br \/>\nzwar bis Livingston<br \/>\nam Zambesi. Die<br \/>\nStrasse ist gut, keine<br \/>\nSchlagl\u00f6cher und so<br \/>\nfinden wir dann in<br \/>\nLivingston eine sehr<br \/>\nschoenen Campingplatz, die Safarizelte allerdings sind so<br \/>\nschrecklich eng gestellt und rumpelig, dass wir lieber zu einem<br \/>\ng\u00fcnstigen Preis eine gro\u00dfe Lodge im 1 Stock nehmen und uns in<br \/>\ndieser Lodge, der \u201eWaterfront\u201c, mal wieder sauwohl f\u00fchlen. Unser<br \/>\nBalkon guckt ins Gr\u00fcne, ein kleiner See vor uns wird von einem<br \/>\nSpringbrunnen gespeist und dahinter direkt flie\u00dft der Fluss. Abends<br \/>\nist dort viel Betrieb mit Gruppenreisenden, sodass wir nur mit<br \/>\nM\u00fche 2 St\u00fchle an einem Tisch bekommen, an dem bereits ein<br \/>\nenglisches P\u00e4rchen sitzt, die gerade erst angekommen und<br \/>\nf\u00fcrchterlich stolz darauf sind, aus der Ferne ein Krokodil und ein<br \/>\nNilpferd beobachtet zu haben. Die Abendbrotterasse ist auf Stelzen<br \/>\ndirekt \u00fcber dem Zambesi gebaut, der tr\u00e4ge an uns vorbei flie\u00dft.<br \/>\nGegen\u00fcber auf der Insel kann man Elefanten sehen. Alles ist<br \/>\nherrlich, die Bar, Pool, unser gro\u00dfes Zimmer, nette Leute! Hier<br \/>\nbleiben wir und planen fuer morgen Abend eine Sunset Cruise.<br \/>\n27.09<br \/>\n68<br \/>\nDas Fruehstueck ist inklusive und wir lassen es uns am<br \/>\ngrosszuegigen Buffet munden. Recht viele Leichtflugzeuge, wir<br \/>\nhaben sie noch nie vorher gesehen, mit je 2 Mann Besatzung sind<br \/>\noffenbar auf Game Flights unterwegs. Dann fahren wir mit dem<br \/>\nAuto am die F\u00e4lle, m\u00fcssen genau wie schon oft auf der Zimbabwe<br \/>\nSeite t\u00fcchtig l\u00f6hnen, und sehen nun diese gro\u00dfartige<br \/>\nNaturschauspiel zum ersten Mal von der sambischen Seite aus.<br \/>\nLeider flie\u00dft zu dieser Jahreszeit nicht all zu viel Wasser die F\u00e4lle<br \/>\nhinunter, doch auch so ist der Anblick immer wieder berauschend.<br \/>\nGesa hat ihre Gehst\u00f6cke mit genommen und so k\u00f6nnen wir eine<br \/>\nganze Zeit lang an den Wassern spazieren gehen.<br \/>\nDie gro\u00dfe Br\u00fccke<br \/>\n\u00fcber den Zambesi<br \/>\nzwischen Sambia<br \/>\nund Zimbabwe sieht<br \/>\nvon hier genauso aus<br \/>\nwie von dr\u00fcben, die<br \/>\nBungee-Jumper<br \/>\nspringen genau so<br \/>\nwie sonst auch, nur<br \/>\ndie M\u00e4rkte sind nicht<br \/>\nso aufdringlich wie<br \/>\ndr\u00fcben. Mittags<br \/>\nkommen wir zur\u00fcck<br \/>\nund w\u00e4hrend Gesa sich<br \/>\nausruht, fahre ich noch<br \/>\neinmal in die kleine<br \/>\nsaubere Stadt, um noch<br \/>\nein paar Dinge<br \/>\neinzukaufen. Bei<br \/>\n\u201eShoprite\u201c bin ich<br \/>\nueberwaeltigt von dem<br \/>\nWarenangebot,<br \/>\nw\u00e4hrend \u201eSPAR\u201c<br \/>\ngerade dicht macht.<br \/>\nFrisches Obst und<br \/>\n69<br \/>\nGem\u00fcse lacht uns an und ich kaufe noch eine Flasche ganz billigen<br \/>\nClane Sprit neben den anderen noch n\u00f6tigen Dingen. Kleines<br \/>\nMittagessen auf der Terrasse, Mittagschlaf und anschlie\u00dfend Kaffee<br \/>\nund Kuchen. Um 16.30h haben wir eine Sunset Cruise auf dem<br \/>\nFluss gebucht, inklusive Snacks und frei \u201esaufen\u201c, was manche der<br \/>\nTeilnehmer wohl mehr interessiert als die Tiere am Fluss. Wir<br \/>\nsehen ein paar Elefanten, Krokodile und ganz viele verschiedene<br \/>\nArten von Wasserv\u00f6geln. Nat\u00fcrlich am Ende der spektakul\u00e4re<br \/>\nSonnenuntergang.<br \/>\nWir k\u00f6nnen nichts mehr<br \/>\nzu Abend essen, der<br \/>\nBauch ist voll und so<br \/>\nlassen wir den Abend<br \/>\nauf unserem Balkon bei<br \/>\neinem Schluck Wein<br \/>\nund dem klaren<br \/>\nSternenhimmel<br \/>\nausklingen.<br \/>\n70<br \/>\n28.09.<br \/>\nHeute geht es zur\u00fcck nach Botswana. Nach dem Fruehstueck fahren<br \/>\nwir auf der glatten Teerstrasse die kurze Strecke von 60 km nach<br \/>\nKazungula und m\u00fcssen dort allerhand Formalit\u00e4ten erledigen. Es<br \/>\nverkehrt z.Zt. nur eine F\u00e4hre, die andere wurde heute Nacht durch<br \/>\neinen falsch auffahrenden LKW au\u00dfer Betrieb gesetzt. Der LKW<br \/>\nliegt halb im Wasser und halb auf der F\u00e4hre, jedoch am Ufer,<br \/>\nsodass nichts Ernsthaftes passiert ist. Beim Warten lernen wir einen<br \/>\nHerrn Kellow kennen, der wie Silke in der DSJ engagiert ist und sie<br \/>\nauch kennt. Welch ein Treffen wieder einmal, wie klein ist doch die<br \/>\nWelt. Die \u00dcberfahrt ist problemlos, wir suchen in Kasane<br \/>\nUnterkunft, doch alle Lodges, einschl. Marina sind voll belegt.<br \/>\nIrgend ein gro\u00dfer Kongress findet hier statt. Es ist noch relativ<br \/>\nfrueh und uns bleibt nichts Anderes \u00fcbrig, als auf gut Gl\u00fcck die 300<br \/>\nkm weiter zur Nata Lodge zu fahren. Auf der zun\u00e4chst guten<br \/>\nStrecke begegnen wir noch vielen Elefanten, Zebras und Giraffen,<br \/>\nvon den 300 km sind etwa noch 150 km sehr schlecht, doch es wird<br \/>\nt\u00fcchtig gebaut und man kann hoffen, dass wir in einem Jahr glatt<br \/>\ndurchfahren k\u00f6nnen. Gegen 17.00 befinden wir uns bereits auf<br \/>\nbekanntem Gel\u00e4nde, ein H\u00e4uschen ist frei fuer uns und nach einem<br \/>\nerfrischendem Bad im Pool k\u00f6nnen wir vor dem Abendbrot noch<br \/>\nein wenig ruhen. Dann das bekannt gute Abendessen \u201ea la carte\u201c<br \/>\nl\u00e4sst die Anstrengung der letzten 300 km schnell vergessen. Hier<br \/>\nwollen wir jetzt noch einen Tag bleiben und vor der langen<br \/>\nheimfahrt ausruhen.<br \/>\n29.9.<br \/>\nIm Grunde genommen ein Tag an dem wir nur essen trinken, ruhen,<br \/>\nschwimmen und sonst Nichts tun. Einmal nehme ich noch fuer ein<br \/>\npaar Stunden den Landrover und fahre alleine raus an die<br \/>\nMakgadikgadi Pfanne, kann noch einige Kilometer in die Pfanne<br \/>\nhineinfahren, sehe auch tausende von Flamingos, aber leider nur<br \/>\naus weiter Ferne, und man kann sie auch riechen. So vergeht der<br \/>\n71<br \/>\nletzte Tag schnell und endet wie immer mit einem wundersch\u00f6nen<br \/>\nAbendessen drau\u00dfen auf der Terrasse.<br \/>\n30.09<br \/>\nDie Strecke kennen wir nun bereits in- und auswendig, \u00fcber<br \/>\nFrancistown sind wir dann auch am fr\u00fchen Nachmittag zu Hause,<br \/>\nsehen die beiden M\u00e4dchen noch, bevor sie nach Hause fahren, die<br \/>\nHunde freuen sich ma\u00dflos, obwohl ja jetzt einer weniger, und<br \/>\nBontsho soll nicht gut essen.<br \/>\nWir sind froh, nach 11.000 km durch 6 afrikanische L\u00e4nder gesund<br \/>\nund wohlbehalten wieder zu Hause angekommen zu sein. Eine<br \/>\nTolle Reise, die wohl fuer immer in unserem Ged\u00e4chtnis bleiben<br \/>\nwird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>20.08. bis 30.09.2011 Endlich ist es so weit! Unsere gro\u00dfe Reise, &#8211; wir haben sie monatelang geplant-, kann losgehen. 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